.Menschen.punkte. – Ein literarisches Programm von Wolfgang Wache und Yana Arlt –

Die Vorbereitungen laufen:

 

Was ist der Einzelne mehr in einer sich wandelnden Landschaft wie der Lausitz als ein Punkt. Ein winziger Punkt. An Orten der Devastation und der Flutung. Doch kommen die Punkte näher, werden sie zu Menschen, nehmen Gestalt an, auch ihre Stimmen sind zu vernehmen. Sie verweilen, erzählen ihre Geschichte und Geschichten. Und gehen fort, werden in der Ferne wieder zu Punkten. Viele sind vergessen, andere werden bewahrt in Versen und Erzählungen der beiden Lausitzer Dichter.
Das Programm wird von den Künstlern selbst multimedial gestaltet, die Texte sind entnommen aus Verlagspublikationen der Autoren Wolfgang Wache und Yana Arlt.
Der selbe Titel – – – – – verschiedene Programme

Immer wieder werden Texte gestrichen und ergänzt, Darbietungsformen variiert.

2010 Schloss Hoyerswerda
v.l. Yana Arlt, Wolfgang Wache, Susann Vogel

2017 in MARGA

 

 

 

 

Begegnungsstätte & Galerie MARGA

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Ich lade freitags in unser Atelier in der Gartenstadt Marga ein.

Ruhe finden, zeichnen, schreiben, das Labyrinth entlang gehen, Manuskripte überarbeiten, einen Kaffee trinken, ein paar Momente ganz bei sich sein

Auf Anfrage können auch die Ausstellungen über das Leben und Arbeiten in Brieske-Marga besucht werden.

offenes Atelier

Freitag, 27. Juli 2018 / 10 – 13 Uhr

Freitag, 3. August 2018 / 10 – 13 Uhr

Freitag, 10. August 2018 / 10 – 13 Uhr

Freitag, 17. August 2018 / 10 – 13 Uhr

FÜR DEN KALENDEREINTRAG

Themenwoche 22. bis 26. August

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. ~ Karl Valentin“

Ich lade ab 10 Uhr ein:

„Auf Spurensuche mit Skizzenblock in Marga“

Anmeldung (per E-Mail oder Telefon) bis 15. August 

Unkostenbeitrag 5 Euro

Ein Tag des offenen Ateliers in Brieske – Begegnungsstätte & Galerie am Markt 5.5. – 6.5.2018

Dort, wo einst für die Bergleute der Arbeiterkolonie Bekleidung von Schuhen bis zur Bluse kauften, kann man nach der Ära des Bergbaus in eine künstlerische Welt abtauchen. Es ist alles vorbereitet, man braucht sich nur darauf einlassen. Am Wochenende hatte man dazu Gelegenheit. Wer es wollte, konnte zu Gast bei den Künstlern Yana Arlt und Wolfgang Wache sein. Konnte in Gesprächen viel über die literarische und künstlerische Motivation und Begeisterung der beiden erfahren. Manche der Besucher waren erstaunt, dass es in dieser Region so ein Kleinod der Kunst gibt.

Im Gespräch mit der Künstlerin Yana Arlt über ihre Landart-Projekte erfuhren die Besucher auch, dass die Lausitzerin mit großer Leidenschaft daran interessiert ist, künstlerische Prozesse voranzutreiben. Sie ist dabei weitherzig, will, dass viele Mitmenschen Zugang zu den schöngeistigen Künsten finden. Sie ist eine Vermittlerin. Es ärgert sie schon sehr, wenn sie merkt, dass ihrer künstlerischen Botschaft der Zugang in das tägliche Leben ihrer Mitmenschen versperrt wird, weil leider nur wenige erkennen, dass unser Leben aus mehr als nur aus materiellen Werten besteht. Das macht sie zuweilen auch wütend. Manchmal kann man diese Erregungen in ihren Texten wiederfinden. So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich als Künstlerin dafür einsetzt, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Raum für ihre Kreativität und für die Bildung ihrer Gestaltungskompetenz finden. Yana Arlt wird weiterhin experimentelle Kurse, Workshops, Werkstätten und Projekte anbieten. An diesem Wochenende konnten die Besucher feststellen, dass ihre Bücher und Landartprojekte eine Einladung an alle sind, ihr dorthin zu folgen, wo sie ankommt, um nicht bleiben zu können.

Warum wählten Sie gerade die Kornblumen?“, ist eine Frage, die dem Künstler Wolfgang Wache immer wieder gestellt wird. „Fünf Jahre wollte ich unter Begleitung der blauen Blüten, die am Rand von Getreidefeldern zu finden sind, verschiedenen Fragen auf den Grund gehen und eigene künstlerische Ideen umsetzen.“, so der Schriftsteller, Vereinsvorsitzende des Literaturzentrum „Ich schreibe!“ e.V. und Verleger aus Senftenberg/ Brieske. Nun sind es fast 10 Jahre geworden, in denen er sich diesem künstlerischen Thema stellt.

Durchaus erfolgreich zog der 68 Jährige am vergangenen Wochenende die Bilanz für seine künstlerische und kunstvermittelnde Arbeit der vergangenen Jahre. Die Schwierigkeiten, die sich in den Bereichen der Kunst und Kulturellen Bildung ergeben, sind immer die gleichen: zu wenig Geld, Selbstausbeutung, erdrückende administrative Verpflichtungen und fehlende Lobby. So wundert es nicht, dass Wolfgang Wache voller Nachdruck mit seinem „Bekenntnis zur Poesie“ das Projektresümee „Kornblumen gießt man nicht“ beginnt. Schon in den folgenden Ausführungen erkennt man den Kampfgeist des Marganers, der das Wort „Rentner“ immer mit „Sterben in Raten“ vergleicht. „Der Blick ist nach vorn gerichtet“ und „Ich träume von einem Kompetenzzentrum für Schreibende“ sind zwei Texte, die in den vergangenen Jahren für den Internetblog des Vereins „Ich schreibe!“, für den Newsletter „NLZettel“ und für seinen eigenen Blog entstanden sind. Wolfgang Wache verfolgt eine klare Linie, die auch in einem Filmportrait wiederzuerkennen ist, das das Regionalfernsehen kurz vor seinem 65. Geburtstag mit ihm erstellt hatte.

Wolfgang Waches Herz schlägt seit seiner Kindheit für spannende Geschichten und poetische Erzählungen, später fand er im eigenen literarischen Schaffen Schritt für Schritt zur einfachen, stark verdichteten Form. In seinem Text „Wird schon werden“ lässt er in knappen Sätzen ganze Lebensdramen ertstehen, vergleichbar einem Maler, der mit wenigen, exakt positionierten Pinselstrichen Landschaften und Menschen auf die Leinwand bringt. Wolfgang Wache arbeitet mit ähnlichem Purismus in einer ganz anderen künstlerischen Ausdrucksform – der Federzeichnung. Zu seinen Texten entstanden in den vergangenen Wochen ein gutes Dutzend Grafiken, die er auf Wunsch der Autorenkollegin Yana Arlt beim Tag des offenen Ateliers vorstellte. Oft reden die beiden über das Schreiben, die Literatur und sie entwickeln gemeinsam neue Programme, um in Schulen und sogar in Kindergärten die Jüngsten fürs Lesen, Erzählen und Schreiben zu begeistern.

Die Gäste des offenen Ateliers bekamen viele neue Gedanken mit auf den Weg und erfuhren, dass Yana Arlt und Wolfgang Wache voller Elan und Visionen stecken.

Erstmals mit eigenen Federzeichnungen beim Tag des offenen Ateliers 5. + 6. Mai 2018 in MARGA dabei

Einige Federzeichnungen sind bereits gerahmt und stehen auf Staffeleien im MARGA-Atelier. Es entstehen aber immer noch neue Zeichnungen – auch am Samstag und Sonntag.

Kohleabbau per Hand in der Grube Marga

Klappkarte: Federzeichnung Markt von Brieske-Marga und Lyrik

5. + 6. Mai TAG DES OFFENEN ATELIERS

MARGA-Atelier
Begegnungsstätte & GalerieMARGA
Platz des Friedens 2
Senftenberg OT Brieske

Samstag, 5. Mai 11 – 18 Uhr Marga-Atelier geöffnet
Yana Arlt: LandArt-Fotgrafie, Lyrisches Labyrinth / Wolfgang Wache: Federzeichnungen
13 Uhr World Labyrinth Day ~ Friedensgebet und Gang durch das Sandlabyrinth vor der Martin-Luther-Kirche Brieske
Gast Bernd Lunghard: Aktstudien
17 Uhr Künstlergespräch bei einem Whiskey
Sonntag, 6. Mai 11 – 18 Uhr Marga-Atelier geöffnet
Yana Arlt: LandArt-Fotgrafie, Lyrisches Labyrinth / Wolfgang Wache: Federzeichnungen
17 Uhr Künstlergespräch bei einem Whiskey
Gast Bernd Lunghard: Aktstudien
In den letzten Wochen hat sich einiges getan in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA. Auch den Atelierbereich haben wir umgestaltet:

~ die Welt aus den Angeln heben

Werter Blogleser,

du bist doch ein kluger Kopf  und machst dir so deine Gedanken zu dem was gegenwärtig und in der jüngeren Vergangenheit passiert(e) und welche Auswirkungen das auf die Zukunft hat. Sicher, da entwickeln sich eher Horrorszenarien vor dem inneren Auge… Oder gibt es Hoffnung?

„Menschen machen Kunst – Kunst macht Menschen“, steht auf der Seite des „ku.bo“.

„Kunst macht den Menschen zum Menschen“, meint der Künstler Wilhelm Plogmann.

Und was hat Kunst/ Kultur mit Politik zu tun? Was hat Politik mit Kunst/ Kultur zu tun?

Können die beiden überhaupt miteinander?

Oder will der eine und der andere nicht?

„Die Kunst, kulturvoll Politik zu machen“

ist das ambitionierte Thema eines Januarempfangs, der heute in Senftenberg stattfindet.

Auch Wolfgang Wache wurde angefragt, ob er die Podiumsdiskussion mit seinen Erfahrungen und Ausführungen bereichern könnte. Naja, Begeisterung sieht anders aus, denn der 68 Jährige hat zu oft vor Gremien gestanden, hat um Verständnis, Unterstützung und Geld für Kunst, Kultur, Kulturelle Bildung gebettelt. Zeitgenossen aus der Branche haben schon längst die Segel gestrichen, haben sich jahrelang von (politischen) Versprechen zu Versprechen gehangelt, immer in der Hoffnung auf die in Aussicht gestellte Verbesserung für Kunstvereine, Künstler, Kulturpädagogen. Viele sind im Ruhestand und wollen von gesellschaftlicher Verantwortung nichts mehr wissen. Mit den Jahren wird man müde und viele nicht selten zynisch. Was wurde nicht alles für Papier vollgeschrieben. Was sind nicht alles für Vertröstungen und Beteuerungen formuliert worden. Die Frage bleibt nach Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Arbeitskreis- und Fachgruppentreffen, Situationsanalysen etc. – wo ist der feste Punkt im All, der hilft, die Welt aus den Angeln zu heben. (nach dem Zitat von Archimedes) Was können wir nun also für die Kunst und die Kultur tun – auch auf politischer Ebene?

Es gibt ja nicht wenige, die der Meinung sind, dass die Künstler und Kulturpädagogen endlich aufhören sollen zu jammern – sie sollen eben einen gescheiten Job machen, mit dem sie Geld verdienen können und dann könne man die Kunst und Kultur gut in der Freizeit machen. Schließlich leben wir in der Marktwirtschaft und wonach der Markt nicht fragt, das sollte auch nicht produziert und finanziert werden.

* * * Kulti alias Wolfgang Wache ~ 1990 * * *

Wer quatscht denn hier von Kulturverlust? Wir lernen jetzt erst die richtige Kultur kennen. Gestern hatte ich das erste Mal einen richtigen Colt in der Hand.

Da ist man doch wer! Zur Abwechslung ziehe ich mir auch mal einen Porno ein …

Da gibt es doch tatsächlich noch einige Typen in Brieske, es mögen so um die 150 Leute sein, die haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. […] Die Spinner glauben doch immer noch, daß Menschen in ihreer Freizeit auch singen, tanzen, malen, zeichnen, töpfern, musizieren, fotografieren wollen. Für mich sind das alles Kultur-Zombis.

und die Krone ist, daß sie […] weiterhin Freizeitkultur dieser Art anbieten wollen. Nun hört mir aber auf. Es reicht doch nun wirklich, wenn der Männerchor seit 80 Jahren, die Tanzgruppe seit 45 Jahren sowie die anderen Gruppen sich auch schon seit einigen Jahren in diesem Kulturhaus rumtreiben.

Da muß was anderes her. Wie schön sind dagegen die Werbeveranstaltungen. Kein Eintritt – sogar Kaffee, Bockwurst oder Kuchen gibt es umsonst. Deshalb finde ich es richtig, daß bereits im August 1990 diese 150 Spinner abblitzten, als sie mit ihren Vorschlägen für ein weiteres breites künstlerisches Freizeitangebot im Kulturhaus antrabten. Richtig fand ich auch, daß selbst die für die ins Wasser gefallenen Arbeiterfestspiele schon vorhandenen Mäuse dieser Art von Kultur ganz und gar entzogen wurden. Sicher wurden sie für viel wichtigere Dinge gebraucht, wofür, hätte ich schon ganz gerne gewußt.

[…]

Am besten, Sie meiden […] das Kulturhaus Brieske und diese kaputten Typen und ziehen sich wie ich ein Video ein.

Ihr Kulti, der echte

Lausitzer Rundschau, 1990

* * * Pressemitteilung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg S. 1/2 ~ 1993 * * *

Dies gilt insbesondere in Hinsicht auf die notwendige Kommunalisierung der Kulturpolitik, die die gestaltbarste kommunale Selbstverwaltungsaufgabe ist. In diesem Entwicklungsprozeß sehe ich derzeit jedoch auch die größten Gefahren. Der Finanzierungsanteil an den Kosten für kulturelle Einrichtungen und Projekte, der durchschnittlich von den Kommunen geleistet wird, entspricht noch lange nicht der Bedeutung, die der Kultur für die Fortentwicklung der Gemeinde zukommt. […]

Da diese Quelle im kommenden Jahr weitgehend versiegen wird – derzeit deuten alle Zeichen darauf hin – reißt der Bund eine Lücke in der Kulturfinanzierung, die nicht zu schließen sein wird.

[…]

Ich halte das Ziel eines zweiprozentigen Anteils der Kultur am Gesamthaushalt des Landes mittelfristig für realistisch und angemessen.