Brandenburger Autorinnen und Autoren

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Brandenburger Autorinnen und Autoren

Wolfgang Wache

Geboren am: 24.09.1949
lebt in: Senftenberg OT Brieske
Web: www.wolfgang-wache.de

Wolfgang Wache

Schwarzseher verabscheue ich, wie den Sensenmann.
Manchmal hasse ich es, immer ein Protagonist zu sein.
Ich kann nun mal nicht still stehen.
Gehen, gehen, denn nur der Weg ist das Ziel unseres Daseins.
Ich mag die Stille und mag es mal laut.
Ich mag Einsamkeit und mag viele liebe Freunde um mich herum.

Lang war (und ist) der Weg, um zu erkennen,
dass in dem Lebensstück Wolfgang Wache
ICH der Hauptdarsteller bin,
nicht die Anderen.

Genres

Dramatik und Hörspiel, Lyrik, Prosa

Fragen an Wolfgang Wache

Was hat Sie zum Schreiben gebracht?

Seit frühester Kindheit fand ich Freude daran, Fantasiegeschichten zu erzählen, später schrieb ich meine Gedanken auf und heftete sie mit eigenen Zeichnungen zu kleinen Heften.

Wen oder was wollen Sie erreichen?

Nicht das Konsumieren als Besucher, als Publikum irgendwo sitzend oder stehend und nur sehend und hörend hat den Vorrang, sondern die Bewegung. Die Auseinandersetzung mit eigenen Gedanken- und Gefühlswelten, die dann ein Gedicht werden oder ein Bild, eine Tonplastik oder ein Theaterstück, ein Foto oder ein Film. In Bewegung kommen, seinen eigenen Ausdruck finden und kommunizieren, sich austauschen und inspirieren lassen, andere teilhaben lassen.

Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

Da beginnt in mir ein Streit. Es sind drei Bücher, die ich zu den schönsten Leseerlebnissen in den verschiedensten Lebensabschnitten zählen möchte. Dazu gehören der Roman von Daniel Defoe „Robinson Crusoe“, „Das Märchen von Gockel, Hinkel und Gackeleia“ geschrieben von Clemens Brentano und „Mephisto“ von Klaus Mann.

Wer ist Ihr Vorbild?

Ich mag Clowns und den Zirkus, vielleicht, weil ein Clown so viele Gesichter hat, nicht nur sichtbare, auch verborgene.

Haben Sie einen Lieblingsort in Brandenburg, wenn ja, welchen?

Gartenstadt „Marga“ bei Senftenberg N/L

Wo können Sie am besten schreiben?

In der Ruhe der Nachtstunden an meinem Schreibtisch

Ostern war s‘

Ostern war s‘ ( am 05.04.2026 ab 5.45 Uhr geschrieben bis 11.19 Uhr von Wolfgang Wache)

Aufwirbelnde Sägespäne.

Manege

Orchester spielte leise

Unter dem aufgespannten Lebenszelt

voll Neugierde

 

Musik des Daseins

Mensch

auf zwei Beinen

Versucht das Stehen

auf einem

 

unsere ersten Gehversuche

Kunststücke

Naturregeln bedroht.

Schöpfung aus dem Nichts

Hände vor die Augen

 

Auf dem hohen Seil

Füße

behutsam präzis aufgesetzt

Fehltritt öffnet Tiefe

der erlebbar tödlich ist

 

Gegenwelt des Alltags

Scheitern

Akt der Befreiung

Kunst des Kunststücks

Aus der Diktatur des Immergleichen

 

Schaustellung des abhängigen

Applaus

Im Rausch des Tages

bedeutet die eigentliche Existenz

Scheinopfer für einen Auftritt

 

Sein im glitzernden Schein

Selbstgespräche

Als der Bleistift

Zu Papier brachte

Schweißtropfen der Gesichtsmaske

 

Immer unterwegs

Standort

Ankommen, Aufbau, Spielen

Abbau Weiterreisen

Fremde Straßen

 

Was machst du

Da

Ich schreibe

Machst du es für dich

Oder für andere

 

Sprosse um Sprosse

Lebensleiter

Durchgebogene Leiterholme

Angstschweiß auf der Stirn

Beim vorwärts Streben

 

Faszination bewegter Bilder

Früher

Erstaunte Betrachter

Allgemeine Bewunderung

Lebensrad bewegte Bildnisse

 

Vergessende Erfindungen

Schauspiel

Charme des Phänomens

bewegter Bilder

Die  das laufen lernten

 

Dort – damals

 

Abverlangte handwerkliche

Unmöglichkeiten

Der Erfindung des Rades

Kutschwagens Beförderung

Stellmacherischer Konstruktionslehre

 

Felgen aus Buchenholz

Wegstrecke

Geradlinig von einem Punkt

Zum anderen

Gezeigte Leichtigkeit und Schönheit

 

Schönheit eines jungen Mannes

Andeutung

In den schönsten Figuren

Mit Regung der Wollust

In einen entzückenden   Traum versenkt

 

Ostern war es

Heute

Und später

Wirkung und Regung

Triebfedern der Natur in Bewegung

Ostern war‘s

Gedanken zu meinem Gedicht:

In meinem Gedicht „Ostern war’s“ begegne ich mir selbst im Schreiben. Ich sehe das Leben im Vergleich zur Zirkuswelt, weil sich in ihrer Romantik die ganze Einmaligkeit des Daseins spiegelt: diese Mischung aus Schönheit, Gefahr und dem flüchtigen Glanz eines Moments, der nur existiert, weil er jederzeit kippen kann. Die Manege, das Seil, die Sägespäne – all das steht für mich nicht für Zirkusromantik im äußeren Sinn, sondern für die innere Welt des Erlebens, in der Staunen und Risiko untrennbar verbunden sind. Kunst erscheint mir darin als Befreiung aus dem Immergleichen, als Versuch, im Ungleichgewicht einen eigenen Stand zu finden. Das Selbstgespräch im Text zeigt mein Ringen mit dem Sinn des Schreibens – ob ich es für mich tue oder für andere, oder ob Schreiben selbst schon ein notwendiger Akt des Daseins ist. Die durchgebogenen Leiterholme und der Angstschweiß stehen für mein Vorankommen trotz Furcht, während die Erinnerungen an die frühen bewegten Bilder meine Faszination für das Staunen und die menschliche Erfindungskraft ausdrücken. Ostern wird für mich zum Symbol innerer Wandlung, eines wiederkehrenden Aufbruchs. So lese ich mein Gedicht als ein existenzielles Selbstporträt: ein Nachdenken über das Leben als Kunststück, über das Schreiben als Balance und über das Menschsein als fortwährende Wiederkehr im glitzernden, gefährlichen, wunderbaren Zelt unserer eigenen Erlebniswelt.

 

 

Jahresauftakt –  Freitag, 05. Februar 2026 um 15 Uhr im Margahof 3

Jahresauftakt 2026 – Einladung

Wir beginnen das neue Jahr mit Kaffee, Kuchen und dem leisen Gefühl, dass 2026 ein Jahr des Wachsens wird. Ein Jahr, in dem Brieske neue Formen annimmt – künstlerisch, kulturell, gemeinschaftlich.

Wer wissen möchte, welche Ideen wir bewegen und welche Visionen uns bewegen, ist herzlich eingeladen, am Freitagnachmittag dazuzukommen, mit offenen Gedanken, mit Wünschen, mit Neugier.

Freitag, 05. Februar 2026 – 15 Uhr NLZ „Ich schreibe!“ e.V. Margahof 3, 01968 Brieske

 

Vorstellung des Kunstprojekts

„Sein – Existenz als Kunstgegenstand“

Ein surreal‑poetisches Langzeitprojekt von Wolfgang Wache

2026 öffne ich ein Projekt, das lange in mir gearbeitet hat. Ein Projekt, das nicht nur Kunst zeigt, sondern Existenz als Material begreift. Ein Projekt, das nicht abbildet, sondern verwandelt.

„Sein – Existenz als Kunstgegenstand“ ist der Versuch, das menschliche Dasein als einen Raum zu verstehen, in dem Natur, Erinnerung und Körperlichkeit ineinander übergehen – so wie Traum und Wirklichkeit im Surrealismus ineinander fließen.

Es ist ein Projekt, das wächst, sich windet, sich öffnet, sich zurückzieht, um an anderer Stelle wieder aufzubrechen. Ein lebendiges Kunstwesen.

Worum geht es?

„Sein“ fragt danach, wie der Mensch sich selbst erfährt – nicht nur im Denken, sondern im Spüren, im Werden, im Vergehen.

Es geht um:

  • die Sinnlichkeit des Daseins
  • die Landschaft als Spiegel des Inneren
  • frühe Erfahrungen, die wie Wurzeln bleiben
  • das Aufrichten, Öffnen, Sich‑Hineinstrecken ins Leben
  • die stille Kraft, aus der Neues entsteht
  • die Spuren, die wir in der Welt hinterlassen
  • und die Spuren, die die Welt in uns hinterlässt

All das erscheint nicht realistisch, sondern surreal, in jener Zwischenwelt, in der Bilder zu Gedanken werden und Gedanken zu Landschaften.

Warum ist dieses Projekt für mich wichtig?

Weil es mein eigenes Leben durchzieht. Weil der Jüngling in mir noch immer mit dem 76‑Jährigen spricht. Weil Sinnlichkeit für mich nicht Körper bedeutet, sondern Lebensenergie, die sich in Licht, Wind, Erinnerung, in der Stille einer Schonung und im Atem der Landschaft zeigt.

Dieses Projekt ist mein Versuch, die Welt noch einmal neu zu sehen – mit der Offenheit der Jugend und der Tiefe des Alters. Mit der Bereitschaft, mich berühren zu lassen von dem, was war, und dem, was noch werden will.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Ein Blick in ein Werk, das im Werden ist: Texte, Fragmente, Bilder, Skizzen, erste poetische Kapitel, erste surreal‑visuelle Ansätze. Ein Projekt, das nicht abgeschlossen präsentiert wird, sondern im Entstehen.

Eine Einladung, den Prozess mitzuerleben, mitzudenken, mitzufühlen.

 

DAS WAR: Tag des offenen Denkmals in der Bergarbeiterkolonie & Gartenstadt Marga

Zwischen Klang und Erinnerung

 

Brieske, 14. September 2025 – Am Tag des Offenen Denkmals öffnete die Gartenstadt Marga ihre Türen und Herzen für Besucherinnen und Besucher, die sich auf Spurensuche zwischen Architektur, Musik und Literatur begaben. Die Martin-Luther-Kirche, ein Jugendstiljuwel der ehemaligen Arbeiterkolonie, wurde zum Schauplatz eines besonderen Konzerts, das durch poetische Beiträge eine zusätzliche Tiefe erhielt.

 

Musikalisch wurde der Nachmittag getragen vom Flötenquartett „Ensemble Flauta dulce“ aus Weißwasser, das mit seinem feinfühligen Spiel die sakrale Atmosphäre der Kirche unterstrich und die Zuhörenden in einen stillen Dialog mit Raum und Klang versetzte.

Im Rahmen des vergangenen Lausitzer Lyrikfestivals lasen Wolfgang Wache und Yana Arlt jeweils einen Text aus den neu erschienenen Festivalpublikationen. Ihre lyrischen Interventionen bereicherten das Konzert auf eindrucksvolle Weise: Wolfgang Wache erinnerte in seinen Versen an die Kohlensammlerinnen, die einst entlang der Gleise die herabgefallene Kohle aufsammelten – eine stille Hommage an die oft übersehenen Geschichten der Region. Yana Arlt schlug den Bogen zur Architektur der Kirche und ließ die Erinnerungen an frühere Lesungen in diesem besonderen Raum aufleben. Zum Abschluss überreichte sie dem Ensemble liebevoll selbstgepflückte Blumensträuße – gesammelt bei einem Spaziergang durch die Gartenstadt, als Zeichen der Dankbarkeit und Verbundenheit.

 

Auch die Begegnungsstätte & Galerie MARGA des  Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“ e.V. öffneten ihre Türen und luden zu Gesprächen, Ausstellungen und einer Buchpremiere ein. Der dritte Band der Reihe „Das schwarze Gold ist verbrannt“ wurde feierlich vorgestellt und knüpfte thematisch an die Geschichte der Bergarbeiterkolonie an.

 


Besonders eindrucksvoll ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Kirchengemeinde der Martin-Luther-Kirche Brieske und dem Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“ e.V. – eine Verbindung, die weit über das gemeinsame Veranstalten hinausgeht. Hier begegnen sich Glaube, Geschichte und künstlerischer Ausdruck auf Augenhöhe. Gemeinsam schaffen sie Räume für Erinnerung, Begegnung und Zukunft – mitten in der Lausitz.