Buchvorstellung: Ein Strauß Kornblumen

Wolfgang Wache: Ein Strauß Kornblumen

10,00 €

104 Seiten

ISBN:   978-3-8190828-25
Erhältlich bei amazon, thalia, epubli – oder natürlich direkt beim Freigeist – Verlag

Mal surreal-versponnen, mal abstrakt gedanklich mäandernd, oft aber auch erschreckend nah am Leben und mit harten Brüchen die Realität ins Poetische einbrechen lassend – oder das Poetische in die Realität – das sind die Texte des Lyrikers, Grafikers, Künstlers und Kulturpädagogen Wolfgang Wache. Wer sich darauf einlässt, kann hier ebenso kluge wie berührende Gedanken rund ums Menschsein entdecken, verfasst in einer nur scheinbar einfachen, zutiefst lyrischen Sprache.

Fahrräder und Feldwege, Evas Töchter und Trittbrettfahrer, Saukomisches und ­Vergessenes: In Wolfgang Waches Lyrik begegnet einem Alltägliches, doch alltäglich sind diese ­ebenso stillen wie bildgewaltigen Streifzüge durch Geschichte und Geschichten der Lausitz nun wirklich nicht.

Die Ausstellung „Atelierfundstücke“ von Wolfgang Wache ist eröffnet

Die Ausstellung „Atelierfundstücke“ von Wolfgang Wache ist eröffnet

In der Ausstellung „Atelierfundstücke“ ist (fast) alles vertreten, was der Künstler Wolfgang Wache zu bieten hat: Linolschnitt, Federzeichnung, Kohlezeichnung, Lyrik, Kartoffeldruck, Aquarellmalerei. Zur Eröffnung hat er sogar das dreidimensionale Werk „Bahnhofsvorsteher“ mitgebracht und sich getraut, den surrealen Text, zu dem das Werk entstand, vorzutragen. Diese Art zu schreiben macht Wolfgang besonders viel Spaß, an den Leser oder Hörer stellt es besondere Ansprüche. Aber das Publikum verstand, lachte hier und da und ließ sich einfach mitnehmen in die surrealen Welten des Autors Wolfgang Wache.
Konkreter wurde es dann bei den Worten zu einzelnen Bildern. Seine Liebe zur Clownerie, seine Freude an bildkünstlerischen Experimenten, Motive der Gartenstadt Marga und immer wieder die kleinen Momente des Alltags – in Bild und Vers, diese Vielfalt wird durch die geschickte Werksauswahl richtig in Szene gesetzt.

Zu sehen sind die Werke bis Dezember 2026 im Trauercafe „Lichtblick“, in Senftenberg.

Abschlussgedanke zum 14. Lausitzer Lyrikfestival

Als wir am 2. September begonnen haben, wussten wir nicht, welche Wege sich öffnen würden.

Ein Festival ist immer ein Spiegel:
Es zeigt uns die, die kommen, und die, die fernbleiben.
Es zeigt uns die, die Wärme suchen, und die, die nur einen Nutzen sehen.
Es zeigt uns die, die sich öffnen, und die, die sich verschließen.
Doch trotz aller Gegensätze haben wir etwas geschaffen, das größer ist als jede einzelne Begegnung.
Wir haben einen Raum geöffnet, in dem Menschen sich als Schreibende, als Fühlende, als Künstler – und einfach als Menschen – begegnen konnten.
Einen Raum, der nicht laut war, sondern wahr.
Einen Raum, der bleibt.
Ein besonderer Ausdruck dieser Gemeinschaft war die Entstehung der Edition Septemberwinde.
Unter der inspirierenden Anleitung von Ingo Cesaro wählten die beteiligten Autorinnen und Autoren jeweils ein Haiku aus, setzten es spiegelverkehrt in Einzellettern aus Blei und druckten auf der Handpresse 24 Handabzüge.
Mit der kundigen und geduldigen Begleitung von Gisela Gülpen wurden die Drucke anschließend in fernöstlicher Durchstichtechnik gebunden. Leider reisten einige Teilnehmer erst später an und konnten nicht an allen künstlerischen Begegnungen und Arbeitsphasen teilnehmen. Doch auch ihre späteren Schritte waren Teil des gemeinsamen Weges – und die Edition trägt dennoch die Handschrift aller, die sich beteiligt haben.
Zum Abschluss des Festivals konnten wir allen Beteiligten diese Edition überreichen – ergänzt durch Malerei und Linolschnitte.
Ein Werk, das zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn Menschen gemeinsam handeln, gestalten und Verantwortung teilen.
Mein herzlicher Dank gilt Ingo Cesaro und Gisela Gülpen für ihre fachkundige, warmherzige und inspirierende Begleitung dieses Projekts.
Was in diesen Tagen entstanden ist, war mehr als ein Festival.
Es war unser gemeinsamer Versuch, die Welt ein Stück menschlicher zu machen.
Wir haben etwas aufgebaut, das nicht käuflich ist: Gemeinschaft, Mut, Haltung, Herz.
Was wir getan haben, bleibt.
Was wir begonnen haben, wächst.
Was wir getragen haben, trägt uns weiter.
Wir sind nicht am Ende – wir stehen am Anfang des Weges zum 15. Lausitzer Lyrikfestival.
Und dann war da dieser Sonntag,
dieser Spaziergang durch Natur und Architektur,
durch das Denkmal Marga,
das unsere Schritte wie ein stiller Kranz umgab.
Unsere lyrischen Worte legten sich sanft in die Landschaft und bereicherten den Tag.
Für einen Augenblick durfte sogar ein Mensch, der mit seiner Einsamkeit lebt,
durch unsere Verse einen Lichtblick erfahren.
Das ist es, was bleibt:
die Schritte, die wir gemeinsam tun,
die Worte, die wir teilen,
die Herzen, die wir berühren.
Das ist unser Werk.
Das ist unser Lied.
Mit diesem Gedanken endet das 14. Lausitzer Lyrikfestival für dieses Jahr.
Seinen letzten, stillen und zugleich kraftvollen Akzent setzt die Ausstellung, die ich als Dichter und Künstler – mit der Unterstützung von Jana beim Aufbau und Hängen der Bilder – eröffnen darf:
Heute, Dienstag, um 15 Uhr eröffne ich im Trauercafé des Hospizdienstes Senftenberg
meine Ausstellung Atelierfundstücke – begleitet von einer Lesung eigener Texte.
Ich freue mich auf alle Gäste,
auf Begegnungen, auf Zuhören, auf gemeinsames Verweilen.
Wolfgang Wache

 

Lausitzer Lyrikfestival – WortWeg Lausitz: Literatur, Bildung und Gemeinschaft in Brieske‑Marga

Das Lausitzer Lyrikfestival ist ein regionales Literatur‑ und Bildungsprojekt, das Menschen in der Lausitz miteinander verbindet. In Brieske‑Marga entsteht ein Ort, an dem Lyrik, Sprache, Kunst und kulturelle Bildung für alle zugänglich werden. Das Festival bietet Lesungen, Schreibwerkstätten, Kinderprogramme, kreative Mitmachangebote und offene Begegnungsräume für Familien, Schulen, Vereine und kulturinteressierte Menschen aus dem gesamten Landkreis Oberspreewald‑Lausitz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der kulturellen Bildung: Kinder und Jugendliche entdecken Sprache als kreativen Ausdruck, Familien erleben Literatur als gemeinsames Erlebnis, und regionale Autorinnen und Autoren gestalten ein vielfältiges Programm. Mit dem Projekt LausitzLabyrinth entsteht ein langfristiger Lern‑ und Gestaltungsraum, der über das Festival hinaus genutzt wird und kulturelle Teilhabe nachhaltig stärkt.

Das Lausitzer Lyrikfestival steht für regionale Identität, gemeinschaftliches Arbeiten und die Förderung kreativer Kompetenzen. Es macht Literatur sichtbar, schafft Begegnungen und lädt Menschen ein, die Lausitz als Kulturraum neu zu entdecken.

Kultur, Gemeinschaft und ein Leben voller Ideen

Meine Arbeit im „Birkchen“ – Kultur, Gemeinschaft und ein Leben voller Ideen

Die Niederlausitzer Kunstschule „Birkchen“ war über viele Jahre der Mittelpunkt meines kulturpädagogischen Wirkens. Dort konnte ich das tun, was mich erfüllt: Kinder und Jugendliche in ihrer Kreativität stärken, ihnen Kultur erfahrbar machen und ihnen Räume öffnen, in denen sie wachsen konnten – künstlerisch, menschlich und geistig.

Ein Haus voller Leben – Tage und Nächte

Besonders prägend waren die regelmäßigen Ferienlager und Übernachtungen. In den Ferien wurde das Birkchen zu einem lebendigen Haus voller Stimmen, Lachen und Abenteuer. Wir kochten gemeinsam, erzählten Geschichten, machten Nachtwanderungen und erlebten Gemeinschaft, die bis heute nachklingt.

Auch Klassenfahrten fanden bei uns statt. Schulklassen übernachteten im Haus und nutzten die künstlerischen Angebote – Malerei, Schreiben, Theater, Handwerk – als Teil ihres pädagogischen Programms. Das Birkchen war ein Ort, an dem Schule und Kultur sich gegenseitig bereicherten.

Die drei großen Tipis – ein Symbol für Neugier und Respekt

Die drei großen Indianertipis waren ein weithin sichtbares Zeichen dieser Zeit. In ihnen vermittelte ich die Lebensweisen nordamerikanischer indigener Völker – mit Respekt und dem Wunsch, kulturelle Vielfalt erfahrbar zu machen. Viele Kinder haben dort zum ersten Mal gespürt, wie groß die Welt ist.

Reisen, die Horizonte öffneten

Wir waren nicht nur im Birkchen aktiv – wir waren unterwegs:

  • Zelten im Waldbad Bernsdorf
  • Aufenthalte in Geising bei Altenberg
  • viele Schreibwochen in Schwedt
  • und sogar eine Reise nach Paris mit der Artistengruppe des Birkchens

Diese Fahrten waren Höhepunkte, die Mut, Neugier und Selbstvertrauen stärkten. Sie zeigten den Kindern, dass Kultur überall zu finden ist – und dass man sie erleben kann, wenn man sich auf den Weg macht.

Schreibwerkstätten – Orte, die Geschichten freisetzen

Ein zentraler Teil meiner Arbeit waren die Schreibwerkstätten. Sie fanden im Birkchen statt, aber auch an besonderen Orten in Deutschland:

  • in einem alten Kloster in Hildesheim
  • in einer stillgelegten Molkerei in Molkenberg
  • in der Nähe von Bohsdorf, dem ehemaligen Wohnort von Erwin Strittmatter
  • und immer wieder in Schwedt, das zu einem festen Partner wurde

Diese Orte haben die Kinder inspiriert – und mich ebenso. Sie boten Raum für eigene literarische Entdeckungen, für Mut zum Schreiben und für die Freude am Erzählen.

Literaturwettbewerbe – deutschlandweit bekannt

Das Birkchen war auch für seine deutschlandweiten Literaturwettbewerbe bekannt. Kinder und Jugendliche aus vielen Regionen schickten ihre Texte ein. Die Wettbewerbe wurden zu einem Forum für junge Stimmen, die gehört werden wollten – und gehört wurden.

Diese Wettbewerbe waren für viele der erste Schritt in eine literarische Zukunft. Manche von ihnen schreiben heute noch.

Stolz, Herzblut – und Wehmut

Ich bin stolz auf das, was wir geschaffen haben. Stolz auf die Kinder, die ihren Weg fanden. Stolz auf die Gemeinschaft, die wir aufgebaut haben. Stolz auf die Ideen, die wir verwirklichen konnten.

Und ja – es gibt auch Wehmut.

Vieles, was ich weiterführen wollte, wurde verhindert. Manche Hindernisse waren größer als meine Kraft. Manches Projekt, das ich noch tragen konnte, durfte nicht weitergehen. Diese Momente tun weh, weil ich weiß, wie viel Potenzial darin lag.

Aber die Leidenschaft ist geblieben. Die Ideen sind geblieben. Die Liebe zur Kultur ist geblieben.

Und ich arbeite weiter

  • im Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“
  • im Poetensymposion der Gartenstadt Marga
  • im Autorenkreis Kornblume
  • im Lausitzer Lyrikfestival
  • in der historischen Dokumentation der Gartenstadt Marga
  • in meiner Malerei über Landschaft und Wandel der Lausitz
  • in Workshops, Lesungen und kulturellen Bildungsprogrammen

Kultur ist für mich ein Herzschlag. Sie lebt, wenn man sie lebt. Und ich werde nicht aufhören, sie zu gestalten.