Kultur, Gemeinschaft und ein Leben voller Ideen

Meine Arbeit im „Birkchen“ – Kultur, Gemeinschaft und ein Leben voller Ideen

Die Niederlausitzer Kunstschule „Birkchen“ war über viele Jahre der Mittelpunkt meines kulturpädagogischen Wirkens. Dort konnte ich das tun, was mich erfüllt: Kinder und Jugendliche in ihrer Kreativität stärken, ihnen Kultur erfahrbar machen und ihnen Räume öffnen, in denen sie wachsen konnten – künstlerisch, menschlich und geistig.

Ein Haus voller Leben – Tage und Nächte

Besonders prägend waren die regelmäßigen Ferienlager und Übernachtungen. In den Ferien wurde das Birkchen zu einem lebendigen Haus voller Stimmen, Lachen und Abenteuer. Wir kochten gemeinsam, erzählten Geschichten, machten Nachtwanderungen und erlebten Gemeinschaft, die bis heute nachklingt.

Auch Klassenfahrten fanden bei uns statt. Schulklassen übernachteten im Haus und nutzten die künstlerischen Angebote – Malerei, Schreiben, Theater, Handwerk – als Teil ihres pädagogischen Programms. Das Birkchen war ein Ort, an dem Schule und Kultur sich gegenseitig bereicherten.

Die drei großen Tipis – ein Symbol für Neugier und Respekt

Die drei großen Indianertipis waren ein weithin sichtbares Zeichen dieser Zeit. In ihnen vermittelte ich die Lebensweisen nordamerikanischer indigener Völker – mit Respekt und dem Wunsch, kulturelle Vielfalt erfahrbar zu machen. Viele Kinder haben dort zum ersten Mal gespürt, wie groß die Welt ist.

Reisen, die Horizonte öffneten

Wir waren nicht nur im Birkchen aktiv – wir waren unterwegs:

  • Zelten im Waldbad Bernsdorf
  • Aufenthalte in Geising bei Altenberg
  • viele Schreibwochen in Schwedt
  • und sogar eine Reise nach Paris mit der Artistengruppe des Birkchens

Diese Fahrten waren Höhepunkte, die Mut, Neugier und Selbstvertrauen stärkten. Sie zeigten den Kindern, dass Kultur überall zu finden ist – und dass man sie erleben kann, wenn man sich auf den Weg macht.

Schreibwerkstätten – Orte, die Geschichten freisetzen

Ein zentraler Teil meiner Arbeit waren die Schreibwerkstätten. Sie fanden im Birkchen statt, aber auch an besonderen Orten in Deutschland:

  • in einem alten Kloster in Hildesheim
  • in einer stillgelegten Molkerei in Molkenberg
  • in der Nähe von Bohsdorf, dem ehemaligen Wohnort von Erwin Strittmatter
  • und immer wieder in Schwedt, das zu einem festen Partner wurde

Diese Orte haben die Kinder inspiriert – und mich ebenso. Sie boten Raum für eigene literarische Entdeckungen, für Mut zum Schreiben und für die Freude am Erzählen.

Literaturwettbewerbe – deutschlandweit bekannt

Das Birkchen war auch für seine deutschlandweiten Literaturwettbewerbe bekannt. Kinder und Jugendliche aus vielen Regionen schickten ihre Texte ein. Die Wettbewerbe wurden zu einem Forum für junge Stimmen, die gehört werden wollten – und gehört wurden.

Diese Wettbewerbe waren für viele der erste Schritt in eine literarische Zukunft. Manche von ihnen schreiben heute noch.

Stolz, Herzblut – und Wehmut

Ich bin stolz auf das, was wir geschaffen haben. Stolz auf die Kinder, die ihren Weg fanden. Stolz auf die Gemeinschaft, die wir aufgebaut haben. Stolz auf die Ideen, die wir verwirklichen konnten.

Und ja – es gibt auch Wehmut.

Vieles, was ich weiterführen wollte, wurde verhindert. Manche Hindernisse waren größer als meine Kraft. Manches Projekt, das ich noch tragen konnte, durfte nicht weitergehen. Diese Momente tun weh, weil ich weiß, wie viel Potenzial darin lag.

Aber die Leidenschaft ist geblieben. Die Ideen sind geblieben. Die Liebe zur Kultur ist geblieben.

Und ich arbeite weiter

  • im Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“
  • im Poetensymposion der Gartenstadt Marga
  • im Autorenkreis Kornblume
  • im Lausitzer Lyrikfestival
  • in der historischen Dokumentation der Gartenstadt Marga
  • in meiner Malerei über Landschaft und Wandel der Lausitz
  • in Workshops, Lesungen und kulturellen Bildungsprogrammen

Kultur ist für mich ein Herzschlag. Sie lebt, wenn man sie lebt. Und ich werde nicht aufhören, sie zu gestalten.