Die Ausstellung „Atelierfundstücke“ von Wolfgang Wache ist eröffnet

Die Ausstellung „Atelierfundstücke“ von Wolfgang Wache ist eröffnet

In der Ausstellung „Atelierfundstücke“ ist (fast) alles vertreten, was der Künstler Wolfgang Wache zu bieten hat: Linolschnitt, Federzeichnung, Kohlezeichnung, Lyrik, Kartoffeldruck, Aquarellmalerei. Zur Eröffnung hat er sogar das dreidimensionale Werk „Bahnhofsvorsteher“ mitgebracht und sich getraut, den surrealen Text, zu dem das Werk entstand, vorzutragen. Diese Art zu schreiben macht Wolfgang besonders viel Spaß, an den Leser oder Hörer stellt es besondere Ansprüche. Aber das Publikum verstand, lachte hier und da und ließ sich einfach mitnehmen in die surrealen Welten des Autors Wolfgang Wache.
Konkreter wurde es dann bei den Worten zu einzelnen Bildern. Seine Liebe zur Clownerie, seine Freude an bildkünstlerischen Experimenten, Motive der Gartenstadt Marga und immer wieder die kleinen Momente des Alltags – in Bild und Vers, diese Vielfalt wird durch die geschickte Werksauswahl richtig in Szene gesetzt.

Zu sehen sind die Werke bis Dezember 2026 im Trauercafe „Lichtblick“, in Senftenberg.

Abschlussgedanke zum 14. Lausitzer Lyrikfestival

Als wir am 2. September begonnen haben, wussten wir nicht, welche Wege sich öffnen würden.

Ein Festival ist immer ein Spiegel:
Es zeigt uns die, die kommen, und die, die fernbleiben.
Es zeigt uns die, die Wärme suchen, und die, die nur einen Nutzen sehen.
Es zeigt uns die, die sich öffnen, und die, die sich verschließen.
Doch trotz aller Gegensätze haben wir etwas geschaffen, das größer ist als jede einzelne Begegnung.
Wir haben einen Raum geöffnet, in dem Menschen sich als Schreibende, als Fühlende, als Künstler – und einfach als Menschen – begegnen konnten.
Einen Raum, der nicht laut war, sondern wahr.
Einen Raum, der bleibt.
Ein besonderer Ausdruck dieser Gemeinschaft war die Entstehung der Edition Septemberwinde.
Unter der inspirierenden Anleitung von Ingo Cesaro wählten die beteiligten Autorinnen und Autoren jeweils ein Haiku aus, setzten es spiegelverkehrt in Einzellettern aus Blei und druckten auf der Handpresse 24 Handabzüge.
Mit der kundigen und geduldigen Begleitung von Gisela Gülpen wurden die Drucke anschließend in fernöstlicher Durchstichtechnik gebunden. Leider reisten einige Teilnehmer erst später an und konnten nicht an allen künstlerischen Begegnungen und Arbeitsphasen teilnehmen. Doch auch ihre späteren Schritte waren Teil des gemeinsamen Weges – und die Edition trägt dennoch die Handschrift aller, die sich beteiligt haben.
Zum Abschluss des Festivals konnten wir allen Beteiligten diese Edition überreichen – ergänzt durch Malerei und Linolschnitte.
Ein Werk, das zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn Menschen gemeinsam handeln, gestalten und Verantwortung teilen.
Mein herzlicher Dank gilt Ingo Cesaro und Gisela Gülpen für ihre fachkundige, warmherzige und inspirierende Begleitung dieses Projekts.
Was in diesen Tagen entstanden ist, war mehr als ein Festival.
Es war unser gemeinsamer Versuch, die Welt ein Stück menschlicher zu machen.
Wir haben etwas aufgebaut, das nicht käuflich ist: Gemeinschaft, Mut, Haltung, Herz.
Was wir getan haben, bleibt.
Was wir begonnen haben, wächst.
Was wir getragen haben, trägt uns weiter.
Wir sind nicht am Ende – wir stehen am Anfang des Weges zum 15. Lausitzer Lyrikfestival.
Und dann war da dieser Sonntag,
dieser Spaziergang durch Natur und Architektur,
durch das Denkmal Marga,
das unsere Schritte wie ein stiller Kranz umgab.
Unsere lyrischen Worte legten sich sanft in die Landschaft und bereicherten den Tag.
Für einen Augenblick durfte sogar ein Mensch, der mit seiner Einsamkeit lebt,
durch unsere Verse einen Lichtblick erfahren.
Das ist es, was bleibt:
die Schritte, die wir gemeinsam tun,
die Worte, die wir teilen,
die Herzen, die wir berühren.
Das ist unser Werk.
Das ist unser Lied.
Mit diesem Gedanken endet das 14. Lausitzer Lyrikfestival für dieses Jahr.
Seinen letzten, stillen und zugleich kraftvollen Akzent setzt die Ausstellung, die ich als Dichter und Künstler – mit der Unterstützung von Jana beim Aufbau und Hängen der Bilder – eröffnen darf:
Heute, Dienstag, um 15 Uhr eröffne ich im Trauercafé des Hospizdienstes Senftenberg
meine Ausstellung Atelierfundstücke – begleitet von einer Lesung eigener Texte.
Ich freue mich auf alle Gäste,
auf Begegnungen, auf Zuhören, auf gemeinsames Verweilen.
Wolfgang Wache

 

Lausitzer Lyrikfestival – WortWeg Lausitz: Literatur, Bildung und Gemeinschaft in Brieske‑Marga

Das Lausitzer Lyrikfestival ist ein regionales Literatur‑ und Bildungsprojekt, das Menschen in der Lausitz miteinander verbindet. In Brieske‑Marga entsteht ein Ort, an dem Lyrik, Sprache, Kunst und kulturelle Bildung für alle zugänglich werden. Das Festival bietet Lesungen, Schreibwerkstätten, Kinderprogramme, kreative Mitmachangebote und offene Begegnungsräume für Familien, Schulen, Vereine und kulturinteressierte Menschen aus dem gesamten Landkreis Oberspreewald‑Lausitz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der kulturellen Bildung: Kinder und Jugendliche entdecken Sprache als kreativen Ausdruck, Familien erleben Literatur als gemeinsames Erlebnis, und regionale Autorinnen und Autoren gestalten ein vielfältiges Programm. Mit dem Projekt LausitzLabyrinth entsteht ein langfristiger Lern‑ und Gestaltungsraum, der über das Festival hinaus genutzt wird und kulturelle Teilhabe nachhaltig stärkt.

Das Lausitzer Lyrikfestival steht für regionale Identität, gemeinschaftliches Arbeiten und die Förderung kreativer Kompetenzen. Es macht Literatur sichtbar, schafft Begegnungen und lädt Menschen ein, die Lausitz als Kulturraum neu zu entdecken.