Literarische Wanderbaustelle

Wolfgang Wache

Literarische Wanderbaustelle

Ein Koffer – gefüllt mit Fantasie

„Wenn auf den Wiesen ein Milchkrieg ausbricht oder aus einer Molkerei ein Planet mit ulkigen Bewohnern wird, dann kann eine Schreibwerkstatt aus Senftenberg-Brieske dafür verantwortlich sein.“

„Wir malen mit Worten“ , sagt Wolfgang Wache, für den das Schreiben die Mutter aller Künste ist, was für ihn auch einschließt, junge Zeichentalente und Illustratoren zu unterstützen. Weit über die Grenze des Landes Brandenburgs ist er als „Birkchenpapa“ bekannt. Er hatte der Niederlausitzer Kunstschule in Brieske nicht nur den Namen „Birkchen“ gegeben, sondern auch Zeichen gesetzt. Sklave eines Hauses aber wollte er letztlich nicht sein, die Kultur war ihm wichtiger. So hat jetzt die Autorengruppe, die schon im „Birkchen“ junge Literatur zum Leben erweckte, im Kultur- und Freizeitzentrum „Pegasus“ Unterschlupf gefunden.
Ein sonnendurchfluteter Raum, in dem selbst die Wände Geschichten erzählen. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ , stellt Karl Valentin auf einem Schriftzug fest, auf einer Zeichnung, sich um ein klappriges Fahrrad bemühend, sein sinniger Satz: „Ich konnte damals erst übermorgen starten.“ Wolfgang Wache lächelt hintergründig und setzt hinzu: „Aber wir starten trotzdem!“
Der 58-Jährige hat ein Faible für das Clowneske. „Da müssten Sie erst meine Wohnung sehen, ein Sammelsurium von Sprachkünstlern.“

Die Welt des Theaterspiels
Begonnen habe diese Leidenschaft in seiner Kindheit. Im Garten hinterm Haus in Senftenberg entdeckte er mit drei Jahren die Welt des Theaterspiels, zunächst als Zuschauer, später in Lauta dann schon als Theaterdirektor. „Ohne Tante Gretel hätte es das nicht gegeben“ , sagt’s, zieht ein Büchlein hervor und beginnt vorzulesen: „Als Schulkind gehörte ich zu denjenigen, die den Deutschunterricht hassten. Wenn da nicht eine Horterzieherin gewesen wäre, die uns zum Theaterspielen begeisterte. Ich war oft nicht mit dem Text einverstanden. Sie sagte: ‚Schreibe deine Geschichtenideen auf.‘ Und ich erlebte zum ersten Mal, dass nicht über meine schlechte Rechtschreibung und Grammatik gesprochen wurde, sondern über meine Texte. . . Dafür danke ich Gretel Heinrich, die wir als Kinder liebevoll Tante Gretel nannten. Sie ist schuld, dass ich heute daran Freude finde, den jungen Schreiberlingen Mut zum Weiterschreiben zu machen.“
Diese Sätze, Tante Gretel lebt heute 79-jährig in Torno, stammen aus dem Vorwort zu einer Anthologie, die aus den Einsendungen zum Literaturwettbewerb 2006 entstanden ist. Die nächste ist kurz vor der Fertigstellung. Die Preisträger 2007 werden während der Festwoche bekanntgegeben und in Senftenberg aus ihren Arbeiten lesen.
Wie Wolfgang Wache haben auch seine Mitstreiterinnen Andreas Beutel und Jana Arlt Spaß daran, jungen Leuten bei ihren Erkundungen in der literarischen Ideenwelt helfend und beratend zur Seite zu stehen. Entscheidender Grund, das Nachwuchs-Literatur-Zentrum zu gründen, das freilich ohne Sponsoren und Fördertöpfe nicht am Leben zu halten ist. 1992 startete der erste Aufruf zum Literaturwettbewerb für Kinder und Jugendliche. 2008 wird somit zum Jubiläumsjahr für die kulturpädagogische Arbeit mit jungen Schreibenden, dessen Auftakt schon in diesem Herbst gegeben wird.
Ende Juni wurde die Autorengruppe in Saarbrücken mit dem Sonderpreis der PWC-Stiftung bedacht, die auf Initiative von Führungskräften der PricewaterhouseCoopers AG kulturelle Jugendarbeit fördert.

„Kinder zum Olymp“
Ein weiterer Preis einer Kulturstiftung der Länder und des Bundes: „Kinder zum Olymp“ ist bereits zur Festwoche angekündigt worden. Heute wird sie in der Grundschule am See eröffnet, in der Jana Arlt und Wolfgang Wache schon seit Langem Kinder lehren, durch die Brille der Fantasie zu sehen. Hundert Textballons sollen in Senftenberg, Schwedt und Rostock in den Himmel steigen. Morgen wird die Leseratte Raz Schulklassen aus Senftenberg und Umgebung darüber aufklären, wie ein Buch entsteht und gemeinsam mit den Kindern Geschichten schreiben.
Erfinderin der Leseratte Raz ist die 33-jährige Jana Arlt. Ihre Stimme ist nicht wiederzuerkennen, wenn sie sich in die eifrige Leseratte verwandelt, die als Lesezeichen gern Käse oder Speck verwendet. Jana Arlt ist ausgebildete Erzieherin und Lyrikerin, während der Festwoche wird sie sich mit der Autorengruppe – Andrea Beutel und Wolfgang Wache warten dann mit Prosa und lyrischen Wortexperimenten auf – in einer Lesung wieder einmal der Öffentlichkeit vorstellen.
Alle drei lassen nicht nur in der Festwoche die Puppen tanzen. Vermiculus, der Bücherwurm, frisst sich ausdauernd durch die Bücherregale, die die Puppenbühne darstellen, und die Leseeule Sophia gibt allzeit die Oberschlaue.
Gemeinsam mit den Autoren waren sie auch schon mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse. Im nächsten Jahr soll der Stand tüchtig wachsen. Anfang 2003 waren das noch Hirngespinste. „Da haben wir in einem Leipziger Café herumgealbert und die kühne Vision entwickelt, in fünf Jahren auf der Messe präsent zu sein. Ein Jahr darauf hatten wir den Literaturwettbewerb deutschlandweit ins Leben gerufen und dann gab es auch bald die ersten Publikationen“ , erinnert sich Wolfgang Wache. Sechs Bücher junger Literaten sind mittlerweile schon in seinem Verlag herausgekommen. „Wir sind Puppenspieler, Herausgeber, Lektoren, Autoren, nur die Druckerpresse lassen wir in Ruhe“ , frotzelt Jana.
Geboren werden die Texte zwar meist im stillen Kämmerlein, aber an der Wiege standen oft Jana Arlt und Wolfgang Wache aus Senftenberg und Andrea Beutel aus Schwedt, die ihren Sohn Sven seit 1999 zu den Schreibwerkstätten mitnimmt und der wie die anderen Kinder Gefallen am Schreiben fand und damit groß wurde.

Unter die Haut
„Wenn junge Dichter sich treffen“ ist das Motto der Schreibwerkstätten. In diesem Sommer luden die Senftenberger nach Helmarshausen bei Göttingen. Aus acht verschiedenen Bundesländern reisten die Sprachtalente an. Wolfgang Wache aber kam mit einem leeren Koffer und forderte die jungen Literaten auf: „Füllt ihn mit eurer Fantasie!“ Er wurde nicht enttäuscht. Wunderbare Geschichten und Gedichte konnte er mit nach Hause nehmen. Jana Arlt erinnert sich, wie er Esther, ein fünfzehnjähriges Mädchen, das sich mit ihren Zeilen über ein sehr heikles Thema regelrecht verschloss, aus sich selbst herausholte: „Am Ende stand ein Gedicht, das unter die Haut geht und andere Menschen berührt“ , erzählt sie.
Die Autoren freuen sich aber auch auf den Herbst. Ende September geht es nach Buckow, dort treffen sich Erwachsene zum Schreibcamp, wo sie auch selbst an eigenen Texten feilen wollen. „Dafür bleibt oft zu wenig Zeit“ , gibt Wolfgang Wache zu. Und Jana Arlt denkt weiter: „Viele junge Leute verlassen die Region, die Älteren bleiben. Das Literatur-Zentrum kann auch für sie ein wichtiger Anlaufpunkt sein, etwa, wenn sie Erinnerungen literarisch verarbeiten wollen.“
Noch viele Ideen werden in diesem literaturverwöhnten Raum entwickelt. Und die Wände geben ihren Kommentar dazu ab: „Starten wir eine Floßfahrt ins Ungewisse.“

Interview mit Wolfgang Wache – einem künstlerischen Urgestein der Tagebaukante

Veröffentlicht im
3Mag

...loading

Interview mit Wolfgang Wache – einem künstlerischen Urgestein der Tagebaukante


05. Apr. 2022

„Erneuerungen
In jedem Augenblick
erneuert
sich der Moment
dabei sein
in Momenten
dabei sein
wenn das abgenabelte Kind
mit tröpfelnden Nasentropfen
langsam um die Plattenhäuser schleicht“

(Auszug aus „Evas Töchter“ in dem Band „Kornblumen gießt man nicht“, Band 1 Lyrik, Wolfgang Wache)

… vom Schaffen zum Sein

Sie haben als künstlerischer Leiter in den Kultureinrichtungen des Braunkohlenkombinats Senftenberg vor der Wende gearbeitet. Bis 2007 leiteten Sie die Niederlausitzer Kunstschule „Birkchen“. Was identifizieren Sie als Kultur und welche Bedeutung hat diese für das eigene Erleben?

Kultur, das ist alles, was uns umgibt. Wenn es das Essen ist, also die Speisen, dann gehört auch das zur Kultur. Dieses menschliche Miteinander ist für mich genauso Kultur. Was wir jetzt direkt besprechen, ist ja eher der Bereich des kulturellen Tätigseins. Oder kulturell etwas umzusetzen. Und ich war immer fasziniert von Menschen, die für andere etwas tun und für andere Prozesse in die Wege leiten. Und wenn du im kulturellen Bereich dranbleibst, kannst du Ideen entwickeln und selbst zum Laufen bringen. Es geht darum, den Freiraum zu haben und zu finden, Prozesse umzusetzen, die erstmal in deinem Kopf entstanden sind. Ein tolles Erlebnis ist es dann, wenn du siehst, was aus deinen Ideen geworden ist. Wenn Menschen plötzlich das umsetzen, was im eigenen Kopf entstanden ist und das dann auch noch Wirklichkeit wird. Das lässt sich nur begreifen, wenn man davon besessen ist. Das hat mich schon als kleines Kind begeistert. Das möchte ich eigentlich, solange wie ich lebe, nicht missen. Das ist für mich wichtig, und das ist für mich Kultur.

Wie sieht Ihr Blick auf Kultur in der Lausitz heute aus im Vergleich zu damals? Oder gibt es für Sie keine Unterschiede?

Kultur in der Lausitz ist sehr schwierig. Wenn man sich die Lausitz genauer anschaut, stellt man fest, dass hier große Wandlungsprozesse passiert sind. Bis 1890 herrschte überall ländliches Leben, und dann kam die Industrialisierung. Sie begann mit der Erschließung der Braunkohlenfelder in dieser Region, und dadurch entwickelte sich auch die Glas- und Keramikindustrie. In allem lässt sich der Grundstoff Braunkohle finden. Mit der Braunkohle hat sich diese Region wahnsinnig verändert und somit auch das kulturelle Leben. Früher waren hier sorbische Sitten und Bräuche zu Hause, und dann gab es viele Auseinandersetzungen mit der Germanisierung und den Sorben. Hinzu kam, dass mit der Industrialisierung plötzlich auf dünn besiedelten Gebieten die verschiedensten Menschen, nicht nur aus Deutschland, aufeinanderprallten. Das war eine wahnsinnige Entwicklung, die, so glaube ich, immer noch nicht zu Ende ist. Eine Vermischung hat stattgefunden, denn vieles Alte ist nicht mehr da. Manchmal wollen die Menschen manches Alte wiederbeleben; aber hier sind ganz neue Prozesse entstanden. Plötzlich wurden schlesischen Klöße wichtig in der Lausitzer Gegend. Warum? Weil man aus Schlesien hierherkam. Das zeigt, dass hier in der Lausitz immer ein Wandel zu spüren war. Bezogen auf den Prozess der kulturell-ästhetischen Bildung haben wir hier jedoch ganz große Schwierigkeiten. Wir müssen uns nur mal anschauen, welche Menschen in diese Region kamen. Welche Arbeit war hier vorhanden? Arbeit, die körperlich schwer war; aber Ingenieure und dergleichen brauchte man kaum. Was man hingegen brauchte, waren Arbeiter.

Also war Kultur eine Angelegenheit der Betriebe und nicht des Staates?

Die Ilse-Bergbau-Aktiengesellschaft war eine Firma gewesen, die die Braunkohleentwicklung vorantrieb. Diesbezüglich gibt es in unserem Ausstellungsraum vom Nachwuchs-Literatur-Zentrum (NLZ) „Ich schreibe!“ eine Schrift aus der Zeit, als man die Gartenstadt Marga zu einer Arbeiterkolonie ausbaute. In dieser Schrift steht, wozu ein solches Ensemble gebaut wurde. Es ging darum, den Arbeitern Kultur beizubringen. Sie sollten in diesem Ensemble eine feine ästhetische Bildung erhalten…

…von Tante Gretel inspiriert

Wie würden Sie die Zukunft vom NLZ einschätzen bzw. was muss denn in jedem Fall getan werden, dass das NLZ nicht stirbt?

Wir wollen natürlich nicht, dass das NLZ stirbt. Man bräuchte eigentlich nur so weitermachen und keine Förderungen mehr beantragen; dann wäre es vielleicht so. Aber das wollen wir ja gerade nicht. Was wir hingegen wollen: Junge Leute sollen eine Zukunft sehen, sich als Kulturmacher verstehen und begeistert davon sein, kulturelle Prozesse umzusetzen sowie künstlerisch tätig zu werden. Das ist uns das Wichtigste. Du kannst ein guter Vermittler sein, wenn du dir bewusst machst, ein großes Wunder erleben zu können, wenn man plötzlich einen Pinsel in die Hand nimmt und eine Idee hat und staunt, was da plötzlich auf der Leinwand entsteht. Es braucht daher Menschen, die ein Verständnis für solche Prozesse entwickeln oder bereits haben. Sie stellen dann fest, wie bereichernd es für das eigene Leben ist, sich auf Kunst und Kultur einzulassen. Ich bin dafür das beste Beispiel. Es handelt sich um unsere liebe Tante Gretel. Tante Gretel hat mit uns damals Theater gespielt und uns damit begeistert. Sie schaffte es, ein Stück zu entwickeln, in dem ursprünglich vier Personen mitspielen sollten, doch am Schluss waren es 40. Jeder wusste, dass er in diesem großen Prozess wichtig ist. Mein Problem war, dass ich mit der deutschen Sprache nicht zurechtkam. Ich fand die Schule grausam. Jedoch gab es Menschen, wie auch Tante Gretel, die mir mit 9 Jahren dazu verhalf, Lust am Schreiben zu entwickeln. Sie öffnete mir den Weg und trieb mich an, weiterzuschreiben. „Mit der Rechtschreibung wirst du das später auf die Reihe bekommen!“, sagte sie. Wichtig ist es, sich nicht zu ernst zu nehmen und erst einmal ins künstlerische Tätigsein zu gelangen. Das habe ich getan, und das ist es, was ich auch den jungen Leuten heute vermittle. Wenn ich mit Kindern und Jugendlichen arbeite, versuche ich ihnen, das Zuhören ans Herz zu legen. Das beginnt bereits in der Natur, wenn ich bspw. mit einem toten Baum spreche. Der Wind rauscht und die trockenen Ähren klappern. So entsteht ein großes Konzert. Das habe ich ihnen mitgeteilt und findet Verwendung in ihren lyrischen Texten.

… vom Zuhören und Befruchten

Wie haben Sie den Strukturbruch und die sich wandelnde Identität in der Lausitz erlebt?

Die Braunkohle hatte für diejenigen, die hier wohnten, das Hauptsagen. Es drehte sich alles um die Kohle. Das ganze Leben wurde von der Kohle bestimmt und damit auch der kulturelle Bereich, welcher vom Braunkohlenkombinat finanziert wurde. Kultureinrichtungen wurden nicht durch den Kommunalhaushalt, sondern durch den Betrieb bezahlt. Meine alte Arbeitsstelle, das Kulturhaus des Braunkohlenkombinats Franz Mehring, beherbergte über 40 Arbeitsgemeinschaften, die durch einen künstlerischen Leiter und betreut wurden. Es gab u.a. Theater-, Ballett-, Sing- und Keramikgruppen. Alles in allem also eine ganze Reihe an kulturellen Betätigungsmöglichkeiten. Und vergessen wir die großen kulturellen Veranstaltungen nicht. Diese wurden für die Werktätigen organsiert. Als dann die Wende kam, war in vielen kommunalen Bereichen die Kulturarbeit nicht zu Hause. Dadurch entstanden große Probleme, die heute noch sichtbar sind. Die Schwierigkeit besteht darin, unser Publikum für verschiedene Veranstaltungen zu begeistern. Das ist im Moment ein anstrengender Prozess. Die kulturelle Bildungsarbeit bleibt derzeit auf der Strecke. Das war schon vor Corona der Fall und ist durch die Pandemie noch viel schlimmer geworden. Wichtig bleibt uns: „Begeistern durch Begeisterung!“. Und zwar durch unsere Begeisterung, etwas zu tun, und um diese dann auf die anderen Leute zu übertragen. Aber dafür muss sich erst die Gelegenheit bieten. Kunst und Kultur müssen den Menschen in den Weg gelegt werden, damit sie darüber stolpern. Was im NLZ zu sehen ist, ist nicht perfekt; aber darum geht es auch nicht.

Kulturarbeit wurde nach der Wende zur freiwilligen Aufgabe in den kommunalen Haushalten, und das darf nicht sein! Es gibt seit Jahren immer wieder Bestrebungen, dass die kulturelle Arbeit zur Pflichtaufgabe wird. Aber bis zum heutigen Tage ist es beim Reden und Bekennen geblieben. Das hindert uns in unserer Arbeit stark. Mein Wunsch wäre es, mit einem künstlerischen Team zusammenzuarbeiten, sich Projekte auszudenken, ohne einen Gedanken an die finanziellen Herausforderungen bei der Umsetzung verschwenden zu müssen.

Wenn man sich im künstlerischen Tätigsein treu bleiben will, kann es passieren, dass man plötzlich keinen passenden Fördertopf findet und stattdessen eine ganze Zeit lang ohne finanzielle Unterstützung klarkommen muss, weil man nicht nur den Fördertopf bedient. Förderpolitik sollte daher mehr von der anderen Seite, also aus Sicht der Kulturschaffenden gedacht werden.

… von der Kunst am … ähh! … beim Bau

Sie haben auf Ihrer persönlichen Website den Aufbau gewählt, Kunst, Kultur und Arbeit zu verbinden. Und das wird deutlich bei der Benennung der Reiter, welche angelehnt sind an die Aufsplittung von Arbeitsprozessen auf einer Baustelle. Wie lässt sich das zusammendenken?

Ich habe ursprünglich das Maurerhandwerk erlernen dürfen und das noch in alter Form. In der 8. Klasse bin ich raus ins Berufsleben und habe dort die alten Generationen von Handwerkern in der Gartenstadt Marga kennengelernt. Ein Dachdeckermeister war für mich damals genauso wichtig wie Tante Gretel. Er hatte mir mit auf den Weg gegeben, dass das Einbringen in die Gesellschaft mit künstlerischen Prozessen wichtig sei. Dieser Mann konnte sich mit den Kollegen auf die deftigste Baubudenart unterhalten, aber auch feinsinnig ein ordentliches Gespräch führen. Davon habe ich profitiert, denn diese Haltung öffnete mir so manche Türen. Während der Bauarbeiterzeit habe ich gemalt und Texte geschrieben sowie in Bewegungen, wie denen der „Schreibenden Arbeiter“, mitgewirkt. Deshalb bekam ich auf der Baustelle den Spitznamen „Dichter“,der jedoch eine negative Bedeutung hatte à la „Hallo, da kommt unser Spinner!“. Irgendwann packte es mich und ich brauchte nochmal Veränderung, besuchte die Abendschule und schloss ein Studium in Leipzig ab. Diese wunderbare Schule, auf dem Bau tätig zu sein, verschiedene Menschen kennenzulernen und mit diesen zu arbeiten, werde ich nicht vergessen. Den schönsten Lohn in der Kunst erhalte ich immer dann, wenn ich gefragt werde, warum ich mir das überhaupt antue? Darauf antworte ich, dass es die Begeisterung ist. Wenn ich bspw. junge Artisten am Trapez arbeiten sehe, bin ich nah am Wasser gebaut, und dann fließen die Freudentränen.

… vom eigenen Ausblick auf den weiteren Balkon des Lebens

Was liegt denn noch in der Schublade „Aktuelle Baustelle für 2022“?

Wolfgang Wache als Künstler. Denn diesbezüglich hat er sich sehr zurückgenommen. Andere Dinge waren wichtiger. Dinge voranzutreiben z. B. Deshalb blieb der WW oft im Hintertreffen. Das hat er sich nun vorgenommen: Dort noch etwas stärker ranzugehen; Dinge, die eigentlich schon gemacht wurden, zu sammeln und zusammenzubringen und neue Dinge zu entwickeln. Es sind zwei Dinge, die jetzt ganz wichtig für mich sind: Ein Kunstbuch mit meinen eigenen Zeichnungen und Grafiken zu erstellen und natürlich meine eigenen Texten voranzubringen. Ich freue mich sehr darauf. Man darf nur nicht zu sehr hinter die Kulissen schauen und nicht allzu viel wissen, ansonsten ist der Glanz runter und alles nicht mehr ganz so toll. Was ich nicht schön fand, ist die Show, die so manchem Autor vorgegaukelt wird. Das habe ich erkennen müssen, da doch viele benutzt werden. Und das bekommt man erst mit, wenn man hinter die Fassade schaut. Und ja, das habe ich auch vermieden. Deshalb habe ich auch einen eigenen Verlag gemacht und möchte mit den anderen auch ehrlich umgehen. Ganz wichtig ist für mich der Schaffensprozess. Mehr Zeit zu finden für die wichtigen Momente, in denen man erlebt, wie der Text oder das Bild entsteht. Das sind für mich die schönsten Erlebnisse. Und das fortzusetzen und erleben zu dürfen, kann man ja nur, solange man sich gesund und wohlfühlt. Ich wünsche mir, dass mir das noch lange gegeben ist.

Rechts oben: Wolfgang Wache, vorgestellt als „Kulti“ in der 5. Ausgabe der Zeitung „Der Kumpel“, Organ der zentralen Parteileitung der SED im Stammbetrieb des VE BKK Senftenberg (02.02.1989, Brieske-Ost)

Das Interview führte Claudia Arndt.

Lesung am 5. Juni und 26. Juni 2022 jeweils ab 16 Uhr in der Begegnungsstätte & Galerie MARGA,

Eine Besucherin sagt: „Es sieht aus wie in der Puppenstube“ und meint damit den Küchenschrank nebst ausziehbarem Tisch mit Waschschüsseln, auf dem Wolfgang Wache seine Bücher für die Lesung „Kornblumen gießt man nicht“ ordnet. Es ist die passende Atmosphäre für die Texte, die das alltägliche anstrengende Leben in der Briesker Region literarisch wiedergeben. Wolfgang Wache liest die Geschichte von Herta, die früher Schuppenjunge war, er liest von Herbert mit den Holzpantinen, er liest von Kornblumen, die sich anmutig im Wind bewegen, er liest von dem stampfenden Rhythmus der Pressen in den Brikettfabriken Brieske, er liest sein Bekenntnis zur Poesie und liest und liest. Das Publikum ist begeistert, hört aufmerksam der Stimme zu, die „so gut betonen kann“. „Ist das ein schöner Nachmittag“, lobt eine Zuhörerin und genießt die durch Literatur ausgelösten Erinnerungen und freut sich im anschließenden Gespräch sich mitteilen zu können. „Kornblumen gießt man nicht“ von und mit dem Schriftsteller WERBUNG

Wolfgang Wache steht am 5. Juni und 26. Juni 2022 jeweils ab 16 Uhr auf dem Programm der Begegnungsstätte & Galerie MARGA, direkt am Briesker Marktplatz.

Gedichte hören, lesen und sehen

Geschrieben von Christine Neudeck


Wolfgang Wache

Eine Lesung mit Wolfgang Wache, Senftenberg. (Jahrgang 1949)
Selbst in Gedichten, die jedermann kennt, „wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen“, folgt der Dichter, in diesem Fall Wilhelm Busch, einem inneren Drang, mit Worten Sehen zu vermitteln. Wilhelm Busch hat dies noch durch passende Zeichnungen verstärkt. Aber selbst nur durch die Verse könnten wir die Geschichte dieser dreisten Buben in Bildern sehen. So ungefähr könnte man sich der Lyrik allgemein nähern, hier und heute im Besonderen der Lyrik von Wolfgang Wache.
Wolfgang Wache folgt fast süchtig einem inneren Drang, mit Worten seine Art des Sehens aufzuschreiben, ein Regentropfen, den wir am Fenster als alltäglich ansehen, wird bei ihm zum Tropfen einer Idee, der zum Rinnsal wird und als Strom von Gedanken im Meer des Seins mündet. Das ist sein Glück vom Sein. Und genau dieses Alltägliche ist der Angelpunkt seiner Texte. Sehr häufig ist es der Mensch, den er sieht und fühlt, fühlt und sieht mit den wissenden Augen des Dichters, denn Poesie ist eine andere Art der Wirklichkeit, eine Art, das Gesehene zu hinterfragen, tiefer zu empfinden und zu verstehen.
Das zeigt sich deutlich in seiner Beschreibung der Einsamen, die die Arbeit verloren haben, denen von einem disziplinierten Arbeitstag nur ein Tag ohne Einteilung und Pflicht geblieben ist, oder von der alten Elsbeth, die ein „Mordsweib“ war, aber heute nur noch in Erinnerungen an die Erinnerungen lebt. Aber nicht umsonst nennt Wolfgang Wache einen Clown mit den vielen Gesichtern hinter der Maske, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, seinen Lehrmeister, denn immer soll auch ein Neuanfang gewagt werden, soll der Einsame sich seines alten „Ichs“ besinnen und für Neues verfügbar sein, wenn dies auch nur der Duft der Pfefferminze ist, die in jedem neuen Frühjahr mit berauschendem Duft die Sinne belebt und verwandelt.
Würde ein Reporter ihn fragen, worüber er schreibt, würde er mit dem Gedicht antworten: „Es zerreißt mich“, welches auch der Titel seines neuen Buches ist. „ Ich schreibe über dich, über mich, über uns… ich will doch nicht bloß über die jammern, die da jammern, ich möchte mich lieber über das kurze Dasein der stolz im Wind stehenden Kornblume erfreuen… ich will aufschreiben, was ich aufsauge…“ Kornblume nennt er deshalb auch seinen Arbeitskreis für junge Literaten, denen er einerseits seine Weise des Schreibens weitergeben will, die er andererseits auffordert, sich selbst einzubringen, denn der Dichter hat für seine Arbeit nur sich selbst, und Wolfgang Wache nennt sein tägliches Schreiben von Versen Arbeit, bei der er sich tagtäglich dem Unverstanden sein der anderen aussetzt.

Wolfgang Wache „Jahresauftaktschreiben 2022“

Foto: Wolfgang Wache mit seinem Kunstkalender „Atelierfundstücke 2022“ 

Nun sind schon einige Tage des neuen Jahres bereits Vergangenheit. Ich persönlich möchte mich bedanken, bedanken für das vertrauensvolle Miteinander in den zurückliegenden Jahren. Es ist uns gemeinsam gelungen, so manche literarische, künstlerische, kulturpädagogische und soziokulturelle Herausforderung in unserer Vereinsarbeit zu meistern. Ich weiß, dass es dabei nicht nur immer heiter und beschwingt zuging. Gerade in den letzten zurückliegenden Monaten haben sich oft Traurigkeit, Angst, Unsicherheit und Zweifel breit gemacht. So manche Auseinandersetzung, so mancher unwiderrufliche Abschied hat schmerzliche Wunden hinterlassen. Ich möchte aber auch nicht nur darüber reden was ich seit meiner Geburt 1949 an Lebenserfahrungen sammeln durfte. Viele Konzepte wurden in den zurückliegenden Jahren entworfen. Manche kulturelle und künstlerische Projekte konnten wir durch eure Unterstützung teilweise umsetzen, manche gute Ideenfindungen ließen sich leider aus verschiedenen Gründen auch nicht immer verwirklichen. Lasst uns gemeinsam hoffnungsvoll nach vorne schauen. Es ist immer ein besonderes Erlebnis mitzuerleben, wie aus kreativen Gedanken und Ideen sich neue literarisch- künstlerische Prozesse entwickeln lassen.

Um verschiedene kulturelle Experimente umsetzen zu können, müssen neben der Ideenfindung viele andere Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört meist auch eine umfangreiche stabile Finanzierung. Deshalb werden jährlich verschiedene Anträge an viele Institutionen gesendet. Dies geschieht und geschah immer in der Hoffnung, die Zustimmung durch die entscheidende Jury zu erhalten. Der Idealzustand wäre es, Anfang des Jahres, für die Planung und die organisatorische Vorbereitung der zukünftigen Vereinsvorhaben über ein abgesichertes Budget zu verfügen.

Seit langer Zeit, ist es uns nun wieder einmal gelungen, dass wir bereits zum Anfang diesen Jahres mit Freude mitteilen können, dass bereits einige eingereichte Projektanträge bewilligt wurden. Deshalb können wir einige unserer öffentlichen Vereinsaktivitäten bereits im Januar konzeptionieren und mit der verbindlichen Organisation sowie Vertragsarbeit beginnen. Gern möchte ich euch über diese abgesicherten Maßnahmen informieren. So wird in diesem Jahr unser Projekt „Lyrische Jahreszeiten zwischen Gärten und Zechenhaus“ durch ein Förderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin finanziell unterstützt. Es werden Lesungen in den Höfen und Gärten der Gartenstadt im Frühjahr (8. Mai) im Sommer (2. Juli) im Herbst (4. September) und im Winter (26. November) stattfinden. Weiterhin freuen wir uns, dass in diesem Jahr durch das Förderprogramm Kulturelle Bildung und Partizipation des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg unser Projekt „Das blaue Buch ˗ Lyrik- und Grafikwerkstätten“ gefördert wird. Ab Mai bis September kann jeweils am ersten Wochenende des Monats eine literarische Kunstwerkstatt mit Kindern und Jugendlichen der Region stattfinden. Damit soll das Interesse, die Freude am Schreiben eigener Texte, am Lesen die Liebe zur Literatur und zum Buch gefördert und gefestigt werden.

Ganz besonders freue ich mich über die Mitteilung (vom 20.01.2022), dass laut Beschluss des Kuratoriums des Fonds Soziokultur beabsichtigt wird, unser Vorhaben „Ankerpunkt kulturelle und künstlerische Bildungsarbeit MARGA“ zu unterstützen. Damit haben wir für 11 Monate eine finanzielle Grundlage um die Entwicklung in unseren Vereinseinrichtungen für die Zukunft zu stabilisieren

Foto: Bundesweiter Vorlesetag, November 2021 

Auf keinen Fall darf ich bei der Aufzählung vergessen, dass es Jana Arlt gelungen ist mit Ihrer Einreichung zum Ideenwettbewerb der Stiftung für das sorbische Volk einen der drei höchsten Einzelpreise zu erlangen. Gratulation. Das Preisgeld werden wir für die Umsetzung eines Projektes nutzen, in dem wir gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen auf eine Spurensuche nach sorbischen Leben in und um Senftenberg und Brieske begeben werden. Im Verlauf dieses Vorhabens werden wir uns mit der Sprache und Geschichte der Sorben beschäftigen. Wir werden bei dieser Spurensuche Dichter entdecken, die in sorbischer Sprache schrieben und schreiben. Wir werden uns mit den Sagenfiguren vertraut machen und uns von Landschaften zu Kulissengestaltungen inspirieren lassen, wir werden Interessantes über die verschiedenen Trachten erfahren und selbst Kostüme für die Figuren eines Puppentheaterstücks entwerfen. Durch selbstgeschriebene Dialoge werden die Figuren zum Leben erweckt und vermitteln spannende Geschichten und Geschichte.

Bei so manchen eingereichten Förderantrag warten wir noch auf die Entscheidung.

Ich würde mich sehr freuen wenn das wieder neu ins Leben gerufene Projekt „Poeteninsel“ durch Förderung aus dem Programm „U25 – Richtung: junge Kulturinitiativen“ finanzielle Unterstützung finden würde. Das Projekt Poeteninsel hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für Geschichten zu begeistern und dafür zu sorgen, dass Literatur zum festen Bestandteil ihres Alltags wird. Junge Leserinnen und Leser können auf der Poeteninsel gemeinsam Bücher lesen, Texte auf der Bühne vortragen, Geschichten schreiben oder mit anderen zusammen Autoren und Autorinnen entdecken. Mit 10 Kindern und Jugendlichen soll ein Poeteninsel˗Festival organisiert werden. Es werden in Vorbereitung des Festivals zwei Schreibwerkstätten organisiert. Es entsteht ein Buch mit allen erarbeiteten literarischen / künstlerischen Arbeiten.

Für die Weiterentwicklung unser Vereinsarbeit im Bereich der Erinnerungskultur haben wir ebenfalls einen Förderantrag beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur für den Zeitraum von drei Jahren eingereicht. In dem Projekt „Das schwarze Gold ist verbrannt“ werden Literaten und Bildende Künstler aus den Ländern miteinbezogen, deren Vorfahren einst in diese Bergbaugegend kamen. Die Ergebnisse der literarischen und bildkünstlerischen Streifzüge durch die Zeit kommen in der Sprache der Poesie an erinnerungswürdigen Orten zum Ausdruck. Diese sollen nicht nur Stätten der Erinnerung sein, sondern werden zu Orten der international künstlerischen Begegnung im ehemaligen Lausitzer Braunkohlerevier. Im gesamten Projektzeitraum haben wir 6. Kunst und Schreibwerkstätten eingeplant. Die Begegnungen der Künstler sollen dann im Frühjahr und Ende Sommer im Atelier und auf dem Margahof der Gartenstadt Marga stattfinden. Die Pleinairs werden international ausgeschrieben. Die literarischen und künstlerischen Exponate der jährlich stattfindenden zwei Pleinairs sind Bestandteil der Ausstellung „Das schwarze Gold ist verbrannt“.Ich hoffe das wir in den nächsten Tagen auch für dieses Projekt einen positiven Bescheid erhalten.

Das waren einige Information über einen Teil unserer eingereichten Fördermittelanträge.

Foto: 9. Lausitzer Lyrikfestival, September 2021, „Lesung in der Ladezone“

Auf keinen Fall möchte ich vergessen, mich bei den privaten Finanzspendern für ihre Unterstützung unserer Vereinsaktivitäten zu bedanken. Durch ihre Spenden ermöglichen sie es uns, die Eigenmittel für so manchen Förderantrag zu erbringen – teilweise beträgt die Förderung nur 50%, die andere Hälfte der gesamten Projektkosten müssen als Eigen- oder Drittmittel eingebracht werden. Auch so manche kleine Vereinsaktion konnte und kann davon finanziert werden. So zum Beispiel die, jeden Donnerstag Nachmittag stattfindenden, offenen Kunstwerkstätten.

Neben den bereits genannten Projekten bereiten wir für dieses Jahr wieder das Projekt „junge Kunst in MARGA“ mit einer Kinder- und Jugendgalerie für April bis Juni vor. Bis zum 31. März können dazu die Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Plastik, Fotografie, Video und Installation von jungen Kunstschaffenden bis 21 Jahre eingereicht werden.

Nicht nur große Projektvorhaben sind Teil unserer Vereinsarbeit, genauso wichtig sind die Gespräche über aktuelle kulturelle und künstlerische Themen – ob als E-Mail-Verkehr, Telefonat oder in der persönlichen Begegnung, z.B. monatlich am 2. Donnerstag zum Stammtisch „Ich schreibe!“. Wer gern in unsere Schaufenster der Begegnungsstätte & Galerie MARGA schaut, für den gestalten wir auch in diesem Jahr wieder eine kleine abwechslungsreiche Kunstausstellung.

Man sieht, wir haben für 2022 viel vor.

Bereits am 26. März wird Yana Arlt den Reigen unser Veranstaltungsangebote im Jahr 2022 mit einem besonderen Kunsterlebnis in der Briesker Kirche eröffnen. Sie lädt sich Wilfried Wilke, Organist aus Cottbus und langjähriger Kirchenmusikdirektor an der Oberkirche St. Nikolai und Paul Georg Lux, Beleuchtungstechniker aus Brieske-Marga ein, um an diesem Abend ab 19 Uhr dieses architektonische Kleinod ganz neu zu entdecken. Der Orgelklang verschmilzt harmonisch mit Yana Arlts Lyrik, die spezielle Beleuchtung wird das Publikum staunen machen.

Einer der Höhepunkte in diesem Jahr wird auf jeden Fall das 10. Lausitzer Lyrikfestival vom 2. bis 4. September sein. Die organisatorischen Prozesse haben bereits während unseres 9. Lyrikfestivals im vergangenen September begonnen. Nach und nach wird die Form konkreter. Bei der Vorbereitung dieser Veranstaltungstage arbeiten wir eng mit dem Freien Deutschen Autorenverband Brandenburg und dem Brandenburgischen Literaturrat zusammen.

Wer Freiraum braucht, um literarisch oder künstlerisch tätig zu sein, kann jederzeit nach Absprache unser Atelier/ die Kunstwerkstatt zur Umsetzung seiner Ideen nutzen.

Es gibt viel in unserer Vereinsarbeit, in den vielfältigen Bereichen der kulturellen Bildungsarbeit zu tun. Jeder, der sich mit seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen und seiner Neugier auf neue Wege in unserer gemeinnützigen Vereinsarbeit einbringen möchte, ist stets herzlich willkommen. Ich wünsche uns ein gutes Gelingen bei den diesjährigen Herausforderungen im Feld der Soziokultur und kulturellen Bildungsarbeit!

Mit den besten Grüßen

Wolfgang Wache