Stammtisch „Ich schreibe!“

 Gäste bei Wolfgang Wache (Mitte) waren bereits Michael Christopher (li) und Klaus Böhnisch.

Wolfgang Wache begrüßt Autoren zum Gespräch und zur Lesung:
Liebe Geschichten- und Gedichtegenießer, an einem Novemberabend vor einigen Jahren lud ich zum ersten Mal zum Stammtisch „Ich schreibe!“ ein und ich konnte gar nicht glauben, wie schnell eineinhalb Stunden vorüber waren. Das Gespräch mit Autorenkollegen ist mir sehr wichtig und wenn Sie als Publikum dadurch einen Blick hinter die Kulissen der Schreibarbeiter bekommen, dann freut mich das umso mehr. Wer weiß schon, wie viel Gedanken in einer Gedichtzeile stecken; wie lange an einem Satz in einer Erzählung gefeilt wird; wie umfassend die Recherchen für einen Roman sein müssen?

Gäste bei Wolfgang Waches Stammtisch „Ich schreibe!“ waren bereits Barbara Kolbe (stehend) und Renate Hensel.

Den ersten Stammtisch „Ich schreibe!“ bestritt Wolfgang Wache mit der Lyrikerin Yana Arlt und dem Dichter Bernd Lunghard.

Es zerreißt mich

Wolfgang Wache liest aus seinen Texten

Einblick in die Lesung

Wolfgang Wache folgt fast süchtig einem inneren Drang, mit Worten seine Art des Sehens aufzuschreiben, ein Regentropfen, den wir am Fenster als alltäglich ansehen, wird bei ihm zum Tropfen einer Idee, der zum Rinnsal wird und als Strom von Gedanken im Meer des Seins mündet. Das ist sein Glück vom Sein. Und genau dieses Alltägliche ist der Angelpunkt seiner Texte. Sehr häufig ist es der Mensch, den er sieht und fühlt, fühlt und sieht mit den wissenden Augen des Dichters, denn Poesie ist eine andere Art der Wirklichkeit, eine Art, das Gesehene zu hinterfragen, tiefer zu empfinden und zu verstehen.
Das zeigt sich deutlich in seiner Beschreibung der Einsamen, die die Arbeit verloren haben, denen von einem disziplinierten Arbeitstag nur ein Tag ohne Einteilung und Pflicht geblieben ist, oder von der alten Elsbeth, die ein „Mordsweib“ war, aber heute nur noch in Erinnerungen an die Erinnerungen lebt. Aber nicht umsonst nennt Wolfgang Wache einen Clown mit den vielen Gesichtern hinter der Maske, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, seinen Lehrmeister, denn immer soll auch ein Neuanfang gewagt werden, soll der Einsame sich seines alten „Ichs“ besinnen und für Neues verfügbar sein, wenn dies auch nur der Duft der Pfefferminze ist, die in jedem neuen Frühjahr mit berauschendem Duft die Sinne belebt und verwandelt.
Würde ein Reporter ihn fragen, worüber er schreibt, würde er mit dem Gedicht antworten: „Es zerreißt mich“, welches auch der Titel eines seiner Bücher ist.„ Ich schreibe über dich, über mich, über uns… ich will doch nicht bloß über die jammern, die da jammern, ich möchte mich lieber über das kurze Dasein der stolz im Wind stehenden Kornblume erfreuen… ich will aufschreiben, was ich aufsauge…“ Kornblume nennt er deshalb auch seinen Arbeitskreis für junge Literaten, denen er einerseits seine Weise des Schreibens weitergeben will, die er andererseits auffordert, sich selbst einzubringen, denn der Dichter hat für seine Arbeit nur sich selbst, und Wolfgang Wache nennt sein tägliches Schreiben von Versen Arbeit, bei der er sich tagtäglich dem Unverstanden sein der anderen aussetzt. 

Eingestellt von Nachwuchs-Literatur-Zentrum „Ich schreibe!“ e.V.

Lyrik ist nichts zum Naschen

Puppenspiel mit der Leseratte Raz

Hier ein Beitrag über unser Puppenspiel auf unserer großen Puppenbühne:

Die Kinder der 1. und 2. Klasse aus der Grundschule wurden von fünf freundlichen Gestalten entführt in das ferne Land der Lyrik, der Poesie, dass oft viel näher liegt, als so mancher zu glauben vermag. Die Autoren Yana Arlt und Wolfgang Wache reisen mit den Kindern in diese Welt des In-sich-Gehens und In-sich-hinein-Hörens. Aufruhr. Der liebenswerte Bücherwurm Vermiculus kochte sein Gedicht. Richtig, er k-o-c-h-t-e es. Dem davon sichtlich irritierten Autor Wolfgang Wache erklärt er aufgelöst: „Na, du meintest doch, ich solle alle Gedanken zu einem Thema in einen Topf werfen, kräftig umrühren, pfeffern und salzen und zu guter Letzt das Ganze einmal aufkochen. So! Hab‘ ich gemacht!“ Da taucht die kecke Leseratte Raz – ohne ,tz‘, da legt sie großen Wert d’rauf – auf, rezitiert gleich drei ihrer Lieblingsgedichte und bringt im wahren Sinne des Wortes Leben, Käsescheiben und Stimmung in die Bude.
Wolfgang Wache illustriert den Kindern, wie ein Gedicht entsteht. Wie ein unangenehmer Brief und der allmorgendliche Teepott zu Gedankenexplosionen im Kopf führen und einen gereimten oder auch ungereimten Text, Verse, Lyrik eben entstehen lassen.
Ob Vermiculus in all dem Geschehen noch dahin gelangt, sein fälschlich gekochtes Gedicht wieder in Form zu knicken? Was meint ein so seltsames Wort wie ,Donnerlüttchen‘ überhaupt? Und warum freuen sich am Ende doch noch alle auf Käsekuchen und Kakao? Wer dort war, bei den Autoren Yana Arlt, Wolfgang Wache und ihren kessen Begleitern, der weiß jetzt darüber und über die Herzensangelegenheit namens ,Lyrik‘ ganz genau Bescheid.

weitere Programme:

Stell dir vor, wir machen das mit Puppenspiel

Wie ein Buch entsteht

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Lesefestival für April 2021 geplant / Lesungen der Vereinsmitglieder „Ich schreibe!“ e.V. /

Autorenkreis Kornblume „Almanach 2017 + 2019“

Der „Autorenkreis Kornblume“ ist unter dem Dach des Literaturzentrums „Ich schreibe!“ ein Zusammenschluss von Autoren, zu dessen Motivation Wolfgang Wache einmal meinte: „Der Autorenkreis ist eine ständige Schreibwerkstatt. Zusammenkünfte sollen dazu führen, sich gegenseitig bei experimentellen Schreibentdeckungen zu beflügeln.“

2017 publizierte der Autorenkreis erstmals einen Almanach, der im Turnus von 2 Jahren erscheinen soll, 2019 folgte die 2. Ausgabe, für den Almanach 2021 wird bereits am Manuskript gearbeitet; vom Kunstblatt „Blauer Bogen“ ist eine Ausgabe gedruckt worden, eine zweite liegt als Entwurf vor. In den vergangenen Jahren haben die Kornblumen verschiedene gemeinsame Lesungen und künstlerische Aktionen organisiert und durchgeführt. Sie sind Organisatoren und Gastgeber des Lausitzer Lyrikfestivals.

Derzeit sind 6 Autoren Mitglied des „Autorenkreis Kornblume“
Wolfgang Wache, Yana Arlt, Susann Vogel, Alexander Kiensch, Nanette Kubusch, Stefan Reschke

.Menschen.punkte.

Ein literarisches Programm von Wolfgang Wache und Yana Arlt

Was ist der Einzelne mehr in einer sich wandelnden Landschaft wie der Lausitz als ein Punkt. Ein winziger Punkt. An Orten der Devastation und der Flutung. Doch kommen die Punkte näher, werden sie zu Menschen, nehmen Gestalt an, auch ihre Stimmen sind zu vernehmen. Sie verweilen, erzählen ihre Geschichte und Geschichten. Und gehen fort, werden in der Ferne wieder zu Punkten. Viele sind vergessen, andere werden bewahrt in Versen und Erzählungen der beiden Lausitzer Dichter.

Das Programm wird von den Künstlern selbst multimedial gestaltet, die Texte sind entnommen aus Verlagspublikationen der Autoren Wolfgang Wache und Yana Arlt.