Archiv der Kategorie: Baupläne + Bauausführung
„Wanderpoeten ziehen übers Lausitzer Land“ 11. bis 15. August 2014
Sommerwerkstatt 2014
Heute gab es die Festlegung für den Termin der Sommerwerkstatt 2014.
„Wanderpoeten ziehen übers Lausitzer Land“
11. bis 15. August 2014
(Abreise am 16. August nach dem Frühstück)
Hier ein kleiner Einblick in unsere Kiste mit Ideen:
Radtouren durch das Bergbaurevier, das sich nach und nach zum Seenland entwickelt
Schreibimpulse
allabendliches Tagesresümee mit Erstellung von Blogbeiträgen
an außergewöhnlichen Orten Gedichte inszenieren und rezitieren
Erarbeitung multimedialer Präsentationen
Vorbereitung des Lyrikfestes (6. September 2014), der Finissage des 5-Jahres-Projektes „Kornblumen gießt man nicht“ (20. September 2014), des Stammtischs „Ich schreibe!“ (12. September 2014)
Sommerwerkstatt des „Autorenkreis Kornblume“
„[…] Wer es nicht fühlt,
dem kann man es nicht begreiflich machen.“
Franz Kafka, EIN HUNGERKÜNSTLER
Es ist ein Wanderleben, das sie führen,
die Poeten.
Sie wandern mit dem Körper
und sie wandern mit dem Geist.
Ihr Gehstock ist das Wort
und Verse sind ihr Schuhwerk.
„Versuche, jemandem die Hungerkunst
zu erklären! Wer es nicht fühlt,
dem kann man es nicht begreiflich machen.“
Heißt es bei Franz Kafka über das Handwerk seines HUNGERKÜNSTLERs.
Wir, der „Autorenkreis Kornblume“, machen uns auf die Reise. Mit randvoll gepackten Rucksäcken wandern wir drauflos. Hinein in die Wildnis der Worte entlang eines Klangteppichs. Wir begegnen ihnen, suchen sie – die Poeme, die durch den Alltagsbeton hindurch brechen, die kreuz und quer wachsen und sich uns in den Weg stellen…
Susann Vogel
Schüler-LITERATUR-Tage in Senftenberg 05. – 07. Mai 2014
Die ersten sind nun Material für die Archive. Wolfgang Wache, der mit Yana Arlt diese Idee entwickelte, organisierte und größtenteils auch selbst durchführte, resümiert: „Die Schüler-LITERATUR-Tage dürfen keine einmalige Sache bleiben. Sie sollen ein jährliches Angebot sein, das unsere kontinuierliche kulturelle Arbeit ergänzt. Kindern und Jugendlichen sollen Zugänge zum ureigenen Erleben geschaffen werden und die Dinge, die die jungen Menschen tief in sich entdecken, sollen sie in Geschichten und Gedichten mitteilen können. Dabei geht es nie nur um das Aufschreiben sondern um die Entdeckung der künstlerisch-literarischen Facette der deutschen Sprache.“
Das es in Senftenberg schon immer literarische Talente gab, die aber oft unentdeckt blieben, ist Anlass genug, um die Tür des Literaturzentrums „Ich schreibe!“ immer offen zu halten und mit verschiedenen Aktionen in Kindergärten und Schulen der Region präsent zu sein. Literatur ist ein Wort, das für viele groß oder gar abschreckend wirkt. Schüler-LITERATUR-Tage klingt gewaltig. Dabei sollten die Veranstaltungen von der „4-Generationen-Lesung“ über die Lesungen des Leipziger Autors Thomas Bachmann, der auch mit Rätsel- und Reimspielen die Freude an der Sprache vermittelt, der Schülerpremierenlesung zum Buch „Mathe, Deutsch & blaue Flecken II“ und dem offenen Schreibwerkstattnachmittag den Zugang zur Literatur erleichtern. Selbst Geschichten schreiben, seine Texte vor einem Publikum präsentieren, Teil eines Buches werden, von anderen Schreibenden lernen und sich mit ihnen auszutauschen, darum ging und geht es nicht nur während der ersten Schüler-LITERATUR-Tage in Senftenberg. Wenn es in den drei Tagen gelungen ist, dass eine Großmutter nach dem Auftritt ihrer Enkelin sagt: „Das war aber eine schöne Lesung.“, dann ist mehr gelungen als eine unterhaltsame und kurzweilige Veranstaltung.
Es waren schöne zwei Osterferientage im NLZ.
„Ich habe gemeinsam mit anderen Werkstattteilnehmern wunderbare Geschichten geschrieben.“, sagte Hanna und klammerte ihr farbiges Blatt an die Wäscheleine neben die anderen Texte. „Das mit der Kiste ist cool.“, meinte Laura, die sich mit dem Ausdenken und Schreiben von Geschichten schwer tut, aber viel Freude an dem Fantasiespiel mit der Holzkiste hat.
Ich bin kein Neuling auf dem Gebiet der kulturellen Bildungsarbeit, sondern ein „alter Hase“, der genau weiß, worauf es bei den künstlerischen Werkstätten ankommt; engagiere mich seit Jahrzehnten für Kunst, Kultur und kulturelle Bildung.
Niemand stellte in den vergangenen beiden Tagen die Frage: Was kostet es? Die Eltern brauchten für die Teilnahme ihrer Kinder an dieser interessanten Werkstatt kein Geld bezahlen. Ich sehe es als Schriftsteller auch als meine Aufgabe, nachkommende Generationen für Literatur zu begeistern und zum Lesen und Verstehen von Gedichten und Geschichten zu befähigen. Gemeinsam mit der Lyrikerin und Pädagogin Yana Arlt mache ich dies alles ohne Bezahlung. So etwas gibt es noch. Wenn auch nicht freiwillig. In der Landespolitik wird viel von kultureller Bildungsarbeit gesprochen. Wege zur Finanzierung der kulturpädagogisch tätigen Kräfte sind im gesamten Land steinig oder gar unpassierbar. So gibt es im Land Brandenburg zwei Künstler, die ihr tägliches persönliches Leben mit geringen Sozialleistungen bestreiten und dabei jeden Tag einen sehr wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildungsarbeit leisten. Manchmal hören wir zwei Initiatoren und „Macher“ des Literaturzentrums die Frage: Wer bezahlt sie denn? Schließlich kann sich niemand vorstellen, dass man auch nur einen Finger rührt ohne dafür Gehalt, Honorar, Diäten oder dergleichen erhält. Aber beschämende Tatsache ist, dass niemand Geld für kulturelle Bildungsarbeit hat. Einen kostenpflichtigen Kurs für die Anleitung zum Schreiben von Gedichten und Geschichten bezahlt niemand in dieser Region. Marktwirtschaftlich gesehen, besteht für künstlerische und kulturpädagogische Angebote keine Nachfrage. Hinzu kommt, dass man Teilnehmer zählen und Stunden, in denen jemand anwesend war, abrechnen kann – den pädagogischen, gesellschaftlichen, künstlerischen oder Lebens-Wert jedoch nicht.
Wie viel ist Ihnen eine Geschichte von Hanna wert? Welche politische und wirtschaftliche Bedeutung hat es, dass Elisa ein Bild von ihrer Familie gezeichnet hat? Wie viel würden Sie bezahlen für ein Heft, in dem zwölf Schreibende aufschrieben und –malten, was für sie „Nicht mit Gold zu bezahlen“ ist? Welcher Stundenlohn ist für mich „angemessen“, wenn ich bei Kindern und Jugendlichen die Freude und Begeisterung an der Beschäftigung mit literarischen und künstlerischen Prozessen wecke?
Nächste Termine: 5. bis 7.Mai 2014 erste Schüler-LITERATUR-Tage in Senftenberg, Programm demnächst auf niederlausitz-aktuell und nlz-ich-schreibe.blogspot.de