Tage der LITERATUR mit Lausitzer Lyrikfestival 4. bis 13. September 2015

Warum ein Fest der Lyrik?
Wolfgang Wache
Warum führen wir ein Fest der Lyrik in der Lausitz durch. Ganz einfach, weil es hier Leute gibt, die von einem verborgenen Schatz Kenntnis haben. Poesie. Diese Kostbarkeit ist leider in Vergessenheit geraten. Man kann sie entdecken, jeder kann sie für sich erobern. Einst zogen Menschen durch die Lausitz, schwärmten von der natürlichen Schönheit. Schwärmten von der Elster und seiner Niederung. Sie erzählten auch von ihrem Leid, das sie umgab. Sie webten dies alles ein in den poetischen Teppich der Lausitzer Poesie. Diese Zeitzeugen wollen wir demnächst sorgfältig in unserer Lausitzer Literatursammlung beherbergen. Hier kann man in Ruhe die Poesieschätze für sich entdecken. Das Besondere an der Lausitzer Poesie ist, dass sie in sorbischer und deutscher Sprache festgehalten wurde und wird. Einmal im Jahr wollen wir uns mit allen Freunden der Lyrik treffen, um den Schatz Poesie öffentlich, feierlich bei einem Fest zu würdigen. Dazu eignet sich am besten ein Festival, bei dem sich Lyriker treffen, um neue Gedichte vorzustellen und an alte, längst vergessene Texte zu erinnern. Das Gut Viktoriahof und das Zechenhaus in Brieske-Marga sollen in diesem Jahr solche Orte sein.

Jeder ist herzlich willkommen, die Poesiewelt zu erleben. Ich würde mich
freuen, wenn aus ganz Deutschland viele Freunde der Poesie in die Lausitz strömen.
Wer uns unterstützen will, kann dies auch damit, dass er am 5.9.2015 unser Gast ist, dass er mit dabei ist.
Tage der LITERATUR mit
Lausitzer Lyrikfestival
4. bis 13. September 2015
PROGRAMM (Stand 31.7.2015)
4. September 2015
~ Vormittag/ Aula der Grundschule am See, Senftenberg
Buchpremiere „Bücherkinder Senftenberg“ Buch 2
Buchpremiere „Auf dem Sandsteinhof“ von Jens Carl
mit Illustrationen von Michelle Geist
Buchpremiere „Auf der Rolltreppe“ von Bernd Lunghard
mit Illustrationen des Autors
~ 19:00 Uhr/ Tenglers Buchhandlung (Senftenberg)
„Jahreszeiten“ Lesung des „Autorenkreis Kornblume“
5. September 2015
~ 14:00 Uhr/ Kirchvorplatz der Martin-Luther-Kirche, Brieske
Beginn des Lausitzer-Lyrikfestival-Spaziergangs
~ 14:30 Uhr/ Zechensaal des Zechenhauses, Brieske
Performance „Das schwarze Gold ist verbrannt“
~ 16:00 Uhr/ Parkstraße 12
Lesung einzelner Autoren und Literatur-Kunst-Markt
~ 19:00 Uhr/ Parkstraße 12
Abschlusslesung aller 25 Lyriker
8. September 2015
~ Vormittag/ Grundschule Paul Noack, Schipkau
Lesung der Autorin Ursula Henriette Kramm Konowalow
9. September 2015
~ 17:00 Uhr/ Dauerausstellung „Gartenstadt Marga“/
Platz des Friedens 4, Brieske
Wolfgang Wache stellt sein neues Werk „Elsterniederung“ vor
10. September 2015
~ 17:00 Uhr/ Dauerausstellung „Gartenstadt Marga“/
Platz des Friedens 4, Brieske
Lesung Udo Tiffert
11. September 2015
~ Vormittag/ Schulbibliothek „Walther-Rathenau-Grundschule“, Senftenberg
Lesung und Vorstellung Buch der Bücherkinder Band 1 + 2,
Projekt Bücherkinder
13. September 2015
~ 14:00 bis 17:00 Uhr/ Begegnungsstätte für Ortsgeschichte und kulturelle
Bildung, Parkstraße 12, Brieske
„Tag des offenen Denkmals“ mit Spaziergängen zum Zechenhaus

Das Lausitzer Braunkohlerevier wird zum Poesierevier – Lausitzer Lyrikfestival am 5. September in der Gartenstadt Marga

Von der Braunkohle- zur Kunstförderung. Ich hoffe, dass die kreativen Schätze, die in den Senftenberger mithin den Lausitzer Menschen stecken nicht so lange brauchen, um sich zu bilden, entdeckt und gefördert zu werden. Braunkohle entsteht nicht in wenigen Monaten, wie auch ein künstlerisches Potential Zeit braucht, um heranzureifen. Dann aber muss man ranklotzen, muss etwas tun, um die Bestände zu nutzen. Die Verarbeitungsstrecke aus Bagger, Förderbrücken, Fließbänder, Schienenstränge, Siebe, Röhrentrockner und Pressen sind im Künstlerischen und Kulturellen unsere Werkstätten, Kurse, Autorengespräche, Poetensprechstunden, Leseperformances und das Lausitzer Lyrikfestival.
„Ich finde es super, dass Sie das Poesiefestival nächstes Jahr wieder machen wollen.“, schrieb Ulrike Almut Sandig. „Vielen Dank für die Einladung… insgesamt macht Senftenberg den Eindruck, dass jede Menge Braunkohle-Geschichte zugrunde liegt.“, resümierte Tom Bresemann. „Alle waren mit dem Lyrikfest höchst zufrieden. Das nächste Fest kann nur noch schöner werden.“, freute sich Sergej Tenjatnikow vom Literaturzirkel buterbrod. „Vorbildlich, was da Senftenberg bzw. einige Senftenberger auf die Beine bringen!!! Das ehrt die Lausitz und Brandenburg.“, lobte Benedikt Dyrlich. Viele weitere Autoren und Besucher bescheinigten mit begeisterten Worten, dass das Lausitzer Lyrikfestival etwas ganz Besonderes ist. Die Autoren fühlen sich willkommen und kommen gern wieder nach Senftenberg. Dass zu einer Gedichtlesung auch Celloklänge, szenische Gestaltungen und Kostümierungen gehören können, hat sich herum gesprochen. Die Autoren begeistern mit ihrer sehr individuellen Vortragsart Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Samstag- und Sonntagabend schwirrte mein Kopf auf angenehme Weise vor lauter Wortbildern und literarischen Entdeckungen.“, so Alexander Kiensch.
Ideengeber, Organisator und Ausführender ist Wolfgang Wache. Er versammelte auch die Gruppe der Regionalautoren Senftenberg und begründete den Autorenkreis Kornblume. Diese Initiativen unterstützen den engagierten Marganer bei seinen Vorhaben, denn ohne Hilfe, die auch gern von ortsansässigen Unternehmen und Privatpersonen angenommen wird, wären solche künstlerischen und kulturpädagogischen Pläne nicht umzusetzen:
6. bis 9. August 2015
Werkstatt in Senftenberg/ Brieske
mit Erarbeitung der Performance „Das schwarze Gold ist verbrannt“ zur Eröffnung des Lausitzer Lyrikfestivals
4. September 2015
Eröffnung der „Tage der LITERATUR“
mit zwei Buchpremieren/ Bernd Lunghard „Auf der Rolltreppe“ und Jens Carl „Sandsteinhof“
mit abendlicher Lesung „Jahreszeiten“ des „Autorenkreis Kornblume“
5. September 2015
Lausitzer Lyrikfestival
in Brieske-Marga
mit Eröffnungsperformance „Das schwarze Gold ist verbrannt“ im Zechenhaus
6. September 2015
Matinee mit den Regionalen Autoren Senftenberg
7. bis 11. September 2015
Tage der LITERATUR
Lesungen und Werkstätten in Kultur- und Bildungseinrichtungen
Programm und Anmeldungen unter 03573-147663; nlz-ich-schreibe@gmx.de; www.nlz-ich-schreibe.de; Plakate und Flyer
13. September 2015
Tag des offenen Denkmals
Zechenhaus und Parkstraße 12 Brieske-Marga
mit Konzert zum Abschluss der „Tage der LITERATUR“
8. November 2015
Literarisches Schaffen in Senftenberg – Früher, Heute, Morgen
Großer Ratssaal Senftenberg
Besonderer Tipp: „Retrospektive Heinz Herzog“ (bis Oktober 2015), eine Ausstellung in der „Begegnungsstätte für Ortsgeschichte und kulturelle Bildung“ Brieske-Marga mit Bildern des Fotografen, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre, Öffnungszeit: freitags 10:00 bis 12:00 Uhr und nach Vereinbarung
 (Dieser Beitrag wurde von J. Arlt geschrieben)

Ausstellungseröffnung „Heinz Herzog“

Man sagt nicht umsonst: Wenn es am schönsten ist, soll man geh’n. Es steckt dahinter, dass die letzten Impressionen z.B. eines Festes diejenigen sind, die lange nachwirken, die auch die gesamte Erinnerung an diese Aktivität, diese Veranstaltung färbt. In Auswertung unserer gemeinsamen Aktionen werden meist als erstes die negativen Erlebnisse benannt – die Besucher, die uns mit ihrem Verhalten aufbrachten, die technischen Abläufe, die nicht funktionierten, das eigene „Versagen“ in der ein oder anderen Situation. Schnell gerät man in einen Teufelskreis von Beschimpfungen und Schuldzuweisungen. Lässt man noch einige Zeit verstreichen, dann bemerkt man erst die vielen schönen, angenehmen Momente, die gelungene Präsentation, die professionell gestalteten, gedruckten und angebrachten Tafeln, die bereichernden Gespräche, die rechtzeitig reparierte und funktionstüchtige Beleuchtung, den farbenfrohen Blumenstrauß und den unkrautbefreiten Eingangsbereich. Kurz vor und während einer Veranstaltung liegen die Nerven blank und man ist besonders sensibilisiert für alles was „schief“ gehen könnte oder geht. Ein Außenstehender bemerkt im Idealfall davon gar nichts sondern genießt nur die Atmosphäre, die Begegnungen und erobert sich nach und nach die Fakten und Daten der Ausstellung, nimmt Impressionen in sich auf, schwelgt in Erinnerungen.

Mit folgenden Worten resümiert Wolfgang Wache die Ausstellungsvorbereitungen und –eröffnung „Retrospektive Heinz Herzog“, die am 21. Mai in der „Begegnungsstätte für Ortsgeschichte und kulturelle Bildung“ in Brieske-Marga stattfand.

„Ich bin sehr froh, dass ich meine Idee, eine Heinz Herzog Fotoausstellung zu gestalten, die schon viele Jahre in mir schlummerte, umsetzen konnte. Dabei habe ich tatkräftige Unterstützung von meinen Mitstreitern erhalten. Ohne diese Hilfe, hätte ich die mir selbst gestellte Aufgabe, sicherlich nicht bewältigt. Zum Beispiel hat Jana Arlt die großen Plakate mit den 60 ausgewählten Fotos gestaltet. Für mich wird der Tag, an dem ich für Heinz eine Ausstellung mit seinen Fotos eröffnete, stets in guter Erinnerung bleiben. Ich habe zum Anfang der Ausstellungseröffnung eines meiner Gedichte vorgelesen. In diesen Versen berichte ich, wie der Fotograf Herzog, über die Menschen der Briesker Region. Dann sprach ich von der Freundschaft, die mich mit [Heinz Herzog] in seinen letzten Lebensjahren verband. […] Ich und meine Mitstreiter erhielten von den meisten Besuchern Dank und Anerkennung. Ein Mann kam auf mich zu und bedankte sich dafür, dass durch unsere Ausstellung schöne Erinnerungen an seine Zeit, als er Mitglied im Fotozirkel war, wach wurden. Leider habe ich nicht nach seinem Namen gefragt. Wir sind ja noch nicht mit der Ausstellung am Ende. Es geht ja erst los. Bis zum 20. Oktober 2015 werden sich noch sehr viele Gäste die Fotos anschauen und wir werden über den Fotografen Herzog reden.“

Zur Ausstellungseröffnung las Wolfgang Wache eines seiner Gedichte.

Bergmanns Anerkennung

Der alte Sulkowsky

erzählte damals

von Bergleuten

die in Gruben

gruben

Die

in Lausitzer Heide

buddelten

mit Hacke und Picke

schwarzes Gold

teuften

Wie er „Vatern“

den eingewickelten Emailletopf

„uf Arbet“

brachte

erzählte

wie zur

Mittagspause

der Löffel

in die Rübensuppe

eintauchte

Rüben

von

eigener Scholle

„Ist das dein Bengel?“

fragten

mit Kohledreck

verschmierte Gesichter

Sein Vater sagte

„Wird och mal en tüchtiger Bergmann“

Der alte Sulkowsky

erzählte

wie er

von der Picke auf lernte

der Erde das schwarze

Gold zu entreißen

Stolz zeigte

der alte Sulkowsky

mir

damals

seine goldene Uhr mit Kette

Diplom

„Buch des Führers“ für 25-jährige Betriebstreue

und

Abzeichen „Held der sozialistischen Arbeit“

Stolz sagte

der alte Sulkowsky

„Ich bin Bergmann! Wer ist mehr?“

aus: Wolfgang Wache „Kornblumen gießt man nicht“

Lesen und selbst schreiben, Autoren weckten Neugier auf Literatur

Hier mal einige wichtige Gedanken zu den Schüler-LITERATUR-Tagen 2015.
Gedanken über die man öffentlich sprechen muß.
ITeil: Presse / II Teil meine Gedanken
I Teil
Vielfältige Aktionen zu den Schüler-LITERATUR-Tagen in Schulen der Stadt Senftenberg und in der RegionMit welcher Aktion erreicht man hunderte Kinder und Jugendliche zum Thema „Lesen und Schreiben“? Wolfgang Wache, Susann Vogel und Jana Arlt vom Literaturzentrum „Ich schreibe!“ organisierten zum zweiten Mal die Schüler-LITERATUR-Tage. Drei Tage lang waren die Vereinsmitglieder, die selbst schriftstellerisch tätig sind, in Senftenberg und Schipkau unterwegs. Besonders die Lyrik und Kurzprosa liegen ihnen am Herzen, dass damit Gedichte und ganz kurze Geschichten gemeint sind, erfuhren die Schülerinnen und Schüler während der Veranstaltungen von Montag bis Mittwoch. Auch das Analphabetentum und die Hindernisse in der kulturellen Bildungsarbeit wurden thematisiert und mit Pädagogen und Kollegen zur Sprache gebracht. Die Schulklassen aus Senftenberg, Schipkau, Hosena, Annahütte und Brieske ließen sich begeistern für die Projekte „Bücherkinder“, „Mathe, Deutsch & blaue Flecken“ und der Autorenarbeit z.B. mit 9-SLT_4Mai15 (51)Bettine Reichelt und ihren „Rabengeschichten“ und Jens Carl mit seinem Buch „Im Kamillenwald“.
„Nicht jeder kann ein Langstreckenläufer oder Klaviervirtuose werden wie nicht jeder Schriftsteller werden kann.“, so Wolfgang Wache, „Aber uns ist es wichtig, uns, unsere Arbeit und unsere Angebote den Kindern und Jugendlichen vorzustellen. Viele kennen das Literaturzentrum noch nicht und wer davon noch nichts gehört hat, kann auch nicht mitmachen.“ S10d-SLT_5Mai15 (30)usann Vogel gestaltet seit ihrer Schulzeit die Projekte des NLZ „Ich schreibe!“ mit. Später studierte sie Kultur- und Medienpädagogik und Literaturwissenschaft, war trotz der 600 km zwischen Studienort und Senftenberg immer wieder bei verschiedenen Werkstätten und Lesungen dabei und berichtete während der Schüler-LITERATUR-Tage über diese Erlebnisse und die gesammelten Erfahrungen. „In einer Unterrichtsstunde oder gar in nur fünfzehn Minuten“, resümieren Wolfgang Wache, Susann Vogel und Jana Arlt, „kann man nur einen kleinen Einblick geben.“ Immer wieder betonen die drei Autoren und Kulturpädagogen, dass die Tür des Literaturzentrums für alle offen steht, dass man sich bei den Projekten einbringen kann, dass Lesungen mit Lyrik und Kurzprosa interessant und  unterhaltsam sein können und dass sie weiterhin für das Lesen und Schreiben begeistern werden auch, wenn dieser Tage wieder eine Ablehnung einer Projektförderung im Briefkasten lag. „Bei uns kann man nicht dümmer werden“, sagt Jana Arlt und richtet den Blick schon nach vorn auf das Lausitzer Lyrikfestival im September, in dessen Rahmen auch wieder Lesungen und Präsentationen für Kinder und Jugendliche gestaltet werden.
II Teil
Die zurückliegenden drei Tage Schüler- Literatur-Tage waren für mich und meinen Mitstreiterinnen und Mitstreiter sehr erfolgreich, wir haben an drei Tagen einigen hunderten Kindern11f-SLT_6Mai15 (70) die Frage gestellt was Lyrik ist. Nur die wenigsten wussten, das es auch Gedichteschreiber gibt. Bei der Frage wer liest ein Buch, gingen oft nur wenige Hände in die Höhe. Hier war und ist unser Ansatz. Ich habe immer im Kopf meine vielen Begegnungen mit Analphabeten. Menschen die sich schämten nicht zu den Schreibenden und Lesenden zu gehören. Die es mit eigener Kraft nicht schafften, die Geheimnisse der Buchwelt für sich zu erkunden.
Niemand hält fest, mit welcher Motivation die Organisatoren an die Umsetzung der kulturellen, künstlerischen und literarischen Unternehmungen heran gehen. Was ist die Triebkraft? Warum will man als Schriftsteller und Künstler tätig sein? Ich gehöre zu denjenigen, die bestätigen können, dass Künstler und Kulturvermittler finanziell beurteilt, arm sind. Man muss ja nicht Kunst machen! Wenn man es tut, ist man selber daran „schuld“. Immer wieder hört man von der großen Erkenntnis, dass Kunst die lebendige Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit und der Gesellschaft ist – da wird manchmal sogar festgestellt, dass Kunst unverzichtbar ist!
Es wird ab11c-SLT_6Mai15 (11)er auch die Frage gestellt: Wie weit trägt sie zur Gewinnoptimierung in der Wirtschaft bei? Ich kann und will davon nichts mehr hören. Ich will nicht immer daran denken müssen, welches Projekt finanzielle Gewinne bringt. Aber wenn ich mich nicht der breiten Masse anpasse und über finanzielle Umsätze nachdenke, bleibe ich ein armer Künstler. Manchmal kommt es mir vor, als seien wieder die Gaukler des Mittelalters unterwegs, die darauf aus sind, den Menschen mit Taschenspielertricks und Floskeln das Geld aus der Tasche zu ziehen. Menschen, die seit Jahren an ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung hart arbeiten, die ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten immer wieder auf den Prüfstand stellen, sollen Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit erfahren. Das kann in Form von bedingungsloser Förderung, langfristiger Unterstützung, Respekt und aufrichtigem Gedankenaustausch erfolgen. Manche sagen, wenn du erfolgreich bist, dann geht es dir gut. Ich kann mit Recht sagen, dass die Akteure des Literaturzentrums „Ich schreibe!“ in den vergangenen vielen Jahren sehr erfolgreich waren. Kinder und Jugendliche wurden begeistert, sich mit der Welt der Geschichten und Gedichte zu befassen und Kunstaktionen forderten neue Herangehensweisen und reizten bisherige eigene Grenzen zu überschreiten. Über diese Erfolge bin ich sehr glücklich und es stimmt mich traurig, erleben zu müssen, dass diese Künstler für ihren Lebensunterhalt Förderungen beim Jobcenter beantragen müssen. Damit zeigt sich, dass allein das anerkennende Schulterklopfen nicht ausreicht. Es ist notwenig, sich intensiv mit der permanenten Notsituation von Künstlern und Kunstvermittlern auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen. Ich wünsche mir, dass wir den Teufelskreis aus Unsicherheit, Desinteresse, finanzieller Armut, politischen Worthülsen und Bespaßungsdruck durchbrechen.
Ich wünsche mir, dass Schriftsteller und Kulturpädagogen wieder das erfolgreich machen können, worin sie gut sind – schreiben, lesen, begeistern, lehren, neue Welten erschließen. Während unserer erfolgreichen Durchführung der Schüler- Literatur- Tage erhielten wir vom Literaturfond eine Ablehnung unseres Fördermittelantrages.
Dank an alle unbeugsamen Mitstreiter!

Wolfgang Wache

Einige ausgewählte Termine:

21.5.2015 Eröffnung der Retrospektive „Heinz Herzog“
3. bis 8.9.2015 Sommerschreibwerkstatt
4. bis 6 9.2015 Lausitzer Lyrikfestival
7. bis 11.9.2015 Tage der Literatur
13. 9.2015 Tag des offenen Denkmals
8.11.2015 Literarisches Schaffen in Senftenberg – Früher, Heute, Morgen
Lausitzer Literatursammlung

Ostern war`s

Das besondere Osterbuch von Wolfgang Wache und Yana Arlt

Werter Leser
mit dem Ostersonntag beginnt nach vierzigtägiger Fasten-/Passionszeit die Osterzeit. Sie wird fünfzig Tage lang bis einschließlich dem Pfingstfest gefeiert.

In dem lyrischen Austausch der Dichter Wolfgang Wache und Yana Arlt zu den Osterfesten der letzten Jahre spiegeln sich sowohl christliche Gedanken als auch Inspirationen von endendem und neu beginnendem Leben wider. Manches mal klingen

Naturstimmungen an oder die Auseinandersetzung mit Vorstellungen anderer Glaubensrichtungen. Ostern ist ein Frühlingsfest. Jetzt beginnt das neue Jahr. Mit einem Neuanfang kann aber auch ein Rückblick verbunden sein. Wo stehe ich und welche Erlebnisse haben mich hierher geführt? Was will ich anders machen? Was habe ich verloren oder was muss ich noch bereinigen? Wie füge ich mich in die Geschehnisse um mich herum ein?

Wolfgang Wache schreibt: „Gegenwärtig sind die Tage länger/ Ich überprüfe das Himmelsgewölbe/ wenn mein Osterfeuer/ die Verfinsterung erleuchtet/ Ostern war’s“ und in einem Text von Yana Arlt heißt es: „Ostern war’s/ als die Ungeduld Narzissenzwiebeln/ aus der Erde riss und die Scholle umbrach/ Die roten Eier fielen in die Maulwurfsgänge/ und gruben sich als Hasen einen Bau/ Niemand erfuhr etwas vom Verbleib der Nachkommen“
In der Publiktion „Ostern war’s“ sucht man vergeblich nach „hübschen“ Gedichten mit eingängigen Reimen. In diesem Buch zeigen sich die Dichter sehr persönlich, sie sezieren ihre eigenen Befindlichkeiten und gehen der Bedeutung des Osterfestes vielfarbig auf den Grund.

 

Flyer-Ostern wars1

verlag*wache wolfgang

 

 

Ostern war’s – geschrieben am 5. und 6. April 2015

Unwohlsein des Leibes
beeinflusste den Tag
Gegenwehr war Machtlos
widerstand war sinnlos.
Aspirin dreimal täglich
im TV Kirchenfestberichte
Ostern war’s

Prophezeit jemand allzeit Charakterfestigkeit
inmitten freudloser Verdüsterung
Somit befreit er ideenreiche Glücksträume
Offenbarter Unerfahrenheit, ungekünstelter Fassungslosigkeit!
Entfaltung außerordentlich prophezeiten übellaunigen Tatendrangs
Glaubwürdig erwarteten Gedankenaustauschs aufhorchend
Was reicht ihm Furchtlosigkeit und Schöpferkraft
Ärgerlich, welcher resignieret

Ostern war’s

Am Rande der Baugrube
Plastiken Skulpturen
Bildhauereien.
Sie werden ins Fundament
als Fühlmasse gestoßen.

Ostern war’s

6 April 2,30 Uhr früh
Die eigenen Kräfte
kraftlos

der eigene Leib
körperlich

einschläfernde Ruhe, ruhe
Sehnsucht nach Wohlbefinden

Kampfunfähige Zeit
Mattigkeit Triumphiert

Unerwartet ganz übereilt
merkst du
in deiner Existenz
den zerfall deiner selbst

Haarpracht als Fotoerinnerung
Ersatzzähne im Wasserglas.

Ostern war’s
Lebenswege enden Nach der Geburt
irgendwann

Der Leib kräftigt sich
um sich selbst aufzulösen

Gebe ab
gebe dich ab
Stück für Stück
auf deinem kurzen Aufenthalt
zwischen
Kommen und Gehen
fruchtet Neues

Blumen verwelken
um wieder zu erblühen

In neuen Fundamenten
Reste
des damals Neuen

Hand in Hand
geh ich mit mir
an den Lebensrand
schau
hinab

Du und ich Du
der eigenen inneren
äußerlicher Gegensätzlichkeit

beiläufig erlernten wir
von Geburt an
die gnadenlose Unterjochung
unserer Natürlichkeit

Säugling
Lebensweg
Alte Menschen

Im Herbst fällt Laub
im Frühjahr blüht
im Supermarkt
alles
aber alles
wie Neu

Die Frau sagte
„Opa bleib schön im Auto,
komm gleich wieder,
gehe nur kurz einkaufen“

*Als sie zurückkam
stand er da
hilflos
mit Herhabgefallen Hosen

Ostern war’s
Geschrieben am 5. und 6.04.2015
* Nach einer wahren Begebenheit Wolfgang Wache